Nächste Station meiner Regionaltour: Der Verkehrslandeplatz Chemnitz-Jahnsdorf. Was zunächst nach einem üblichen Informationsbesuch aussah, entwickelte sich ruckzuck zu einem Mega-Erlebnis! Betriebsleiter Robert Rahnfeld empfing mich im Tower des Flugplatzes, allein das war eine tolle Erfahrung. Herr Rahnfeld, ein ehemaliger Tornado-Pilot der Bundeswehr, der seine berufliche Zukunft ins zivile Leben verlegt hat, gab spannende Einblicke in die Abläufe des Landeplatzes. Rund 11.000 Flugbewegungen gibt es jährlich in Jahnsdorf. Klingt viel, reicht aber bei weitem nicht aus, um rentabel zu arbeiten. Die beiden Gesellschafter der Einrichtung, die Stadt Chemnitz und der Erzgebirgskreis müssen jährlich mehrere hunderttausend Euro zur Kostendeckung zuschiessen. Geplant als notwendige Infrastrukturmaßnahme, auch um den Industriestandort für große Unternehmen attraktiv zu machen, krankt der Flugplatz an der anhaltenden Wirtschaftsflaute im Land. „Eine 250.000-Einwohner-Stadt wie Chemnitz braucht einen Verkehrslandeplatz“ sagt Rahnfeld. Fördermittel flossen, der Erhalt ist bis 2034 gesichert. Und dann? Die Gesellschafter wollen das Projekt weiterführen – wenn sie es sich leisten können… Darüberhinaus stellte ich selbstkritisch fest, wie wenig Genaues ich über den Flugplatz weiß, den es schon seit über 60 Jahren gibt und der in unmittelbarer Nähe meines Wohnortes liegt. Ich nahm jede Menge Input mit nach Hause: Über Pilotensprache, Landegebühren, Kerosinpreise, Landebahnlänge, Flughöhe und das Gewicht des ULF. Nein, nicht meins, sonders das eines Ultraleichtflugzeuges, abgekürzt ULF. Sowas wiegt nur 600 kg und hat sogar eine Rettungseinrichtung, die das Fluggerät im Notfall am Fallschirm landen lässt. Irre! Interessant sind auch die beiden Doppeldecker AN2, die es im Flughafenbereich gibt: Die eine AN2 ist defekt und wartet auf ihre Demontage und Abholung, die andere Maschine der Firma Zinke – flugfähig und top-restauriert – steht Nostalgie-affinen Rundfluggästen zur Verfügung. Am Verkehrslandeplatz kann man – auch das war mir neu – völlig unkompliziert privat Flüge buchen, die verschiedene Firmen anbieten (siehe Homepage des Flughafens). Und so kam es zum absoluten Highlight des Besuches: Hobby-Pilotin Juliane, im richtigen Leben Ingenieurin, kam gerade von einem Flug zurück und hatte bis zum nächsten Auftrag noch etwas Zeit. Die Gelegenheit konnte ich mir nicht entgehen lassen! Zack, rein in die Cessna und ab zum 20-Minuten-Trip übers Erzgebirge. Stollberg, Zwönitz, Geyerscher Teich, natürlich mein Heimatort Auerbach, Chemnitz und zurück. Wahnsinn! Einfach mal ganz spontan über unsere wunderschöne Region gedüst – bei herrlichem Herbstwetter! Was für ein super Erlebnis! Dieser Termin gehört zweifellos in die Kategorie „unvergesslich“. Das trifft zwar auf die meisten meiner dienstlichen Veranstaltungen zu, diese war jedoch besonders besonders. Danke an Robert Rahnfeld und Juliane von „Phils Aviation“ für diesen „emotionalen Höhenflug“. Ich bin tief beeindruckt! Und weil es so tierisch Spaß gemacht hat, komme ich gerne wieder. Bis bald! GLÜCK AUF!