EInen Tag unterwegs mit der Spedition Schuster aus Stollberg
Damit man die Bodenhaftung nicht verliert, sollte man regelmäßig am „richtigen Leben“ – also außerhalb der Berufspolitiker-Blase – teilnehmen. Gestern durfte ich deshalb eine „Schicht“ auf dem Beifahrersitz eines Sattelschleppers der Fa. Spedition Schuster aus Stollberg fahren. Unser 40-Tonner startete Punkt sechs in Richtung Aue, von dort ging’s voll beladen nach Bamberg, Ladung runter, neue Ladung drauf und ab nach Zwickau. Abkippen, wieder nach Aue zum Laden und dann zurück in den Heimathafen. Nach ca. 500km intensiver Trucker-Arbeit war 16.30 Uhr Feierabend. Zwischendurch ist in der Kabine viel Zeit zum Reden: Beruflicher Werdegang, Arbeitsabläufe, auch Privates. Was bewegt die Branche aktuell? Klar, die exorbitanten Spritpreise. Die Spedition verfügt über 20 LKW‘s, Tankinhalt 500l, da weiß man, was das Wort „Mehrkosten“ bedeutet. Aber auch die Erhöhung der Mautgebühren oder der Preisdruck durch die Konkurrenz aus Polen und Tschechien belasten die Unternehmen. Die Firma Schuster bildet seit jeher Lehrlinge aus. „Mein“ Fahrer Julien ist nebenbei auch Lehrmeister. Die Geschichten, die er dazu erzählt, sind nicht immer lustig. Bei vielen zählt heutzutage Work-Live-Balance und Selbstverwirklichung mehr als Ehrgeiz, Fleiß und Disziplin. Obwohl bei Schuster‘s Toleranz groß geschrieben wird, ist manches grenzwertig. Ich hab wie immer viel gelernt: Vom Trucker-Leben, das einem anderen Tagesrhythmus folgt. Vom LKW-Wiegen. Dass man auch ans Ziel kommt, wenn man mit 85 km/h über die Autobahn „kriecht“. Dass man immer „rückwärts“ aus dem Fahrerhaus klettert . Und noch vieles mehr. Julien ist ein Super-Typ. Nicht nur, weil er den Laster und mich mit einer beeindruckenden Ruhe und Gelassenheit sicher durch die Lande kutschierte, sondern auch weil er sich geduldig meine Monologe zur Politiker-Tätigkeit anhörte. Nein, ich hab sie ihm nicht aufgedrängt, er wollte sie wissen und zeigte sich sehr interessiert. Anschließend trafen wir uns mit den Geschäftsführern Mathias und Markus Schuster zu einer politischen Diskussion bei Kaffee und Schnittchen. Ich kenne die beiden Herren schon seit Jahren, wie immer war das Gespräch konstruktiv und unterhaltsam. Danke an alle Beteiligten, dass sie mir diesen erkenntnisreichen Arbeitstag ermöglichten. Hat echt Spaß gemacht! Mit einem herzlichen GLÜCK AUF! Ulf Lange
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