Allgemein

81. Jahrestag des Kriegsendes und der Befreiung vom deutschen Faschismus

Auf Einladung der Botschaft der Russischen Föderation in Deutschland nahmen Gerd Glöckner und ich als Vertreter des BSW Erzgebirge in Begleitung des Neuhausener Bürgermeisters Andreas Drescher am 08. Mai 2026 an einem Empfang des russischen Botschafters Sergej J. Netschajew in Berlin teil. Anlass war der 81. Jahrestag des Kriegsendes und der Befreiung vom deutschen Faschismus, den die Sowjetunion bzw. Russland als Tag des Sieges feiert(e). Wie schon im vergangenen Jahr, als wir erstmals dieser Veranstaltung beiwohnten, war ich auch diesmal überwältigt von den Eindrücken dieser Veranstaltung. Der fundamentale Anteil der Völker der Sowjetunion am Sieg über Hitlerdeutschland ist eine historische Tatsache, die es unumwunden zu respektieren und anzuerkennen gilt. Mehr als 20 Millionen Opfer hatte das Land zu beklagen, um seine, aber auch unsere Heimat zu befreien. Dies wurde von den zahlreichen Gästen, darunter hochrangige, offizielle Vertreter vieler Staaten – Deutschland gehörte nicht dazu – ausdrücklich gewürdigt. Miteinander reden, Lösungen suchen, Möglichkeiten finden. Diplomatie, Völkerverständigung, friedliche Koexistenz – zu diesen Themen führten wir viele gute Gespräche. Man erkannte einige bekannte Gesichter, mit mehreren Prominenten tauschten wir uns angeregt aus. Vom BSW trafen wir Sevim Dagdelen und Klaus Ernst, aber auch Ex-Politiker Dieter Dehm, Florian Warweg (OAZ, früher Nachdenkseiten), Nick Brauns (Chefredakteur Junge Welt) oder Dieter Feuerstein (kannste/sollteste googeln!) waren angenehme Gesprächspartner. Alles in allem ein wichtiges Erlebnis mit bleibenden Erinnerungen. Ich bin stolz, dass ich das sächsische BSW an diesem Ort repräsentieren durfte. GLÜCK AUF! Ulf Lange

81. Jahrestag des Kriegsendes und der Befreiung vom deutschen Faschismus Weiterlesen »

8. Mai 2026 – Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus an der Kriegsgräberstätte im Pockau-Lengefelder Ortsteil Nennigmühle

Gemeinsam mit vielen friedliebenden Menschen versammelten sich Vertreter des BSW zur traditionellen Gedenkfeier am Nennigmühler Ehrenmal. Meine Landtagskollegen Dr. Ingolf Huhn und Lutz Richter, Mitglieder der BSW-Kreisverbände Erzgebirge und Mittelsachsen sowie Angehörige weiterer Parteien und Vereine gedachten mit einer Schweigeminute und der Niederlegung von Kränzen und Blumengebinden den hier begrabenen Sowjetsoldaten. Wie bereits in den Vorjahren ließ es sich Dr. Andrej Bagaj, Botschaftsrat der Russischen Föderation in Berlin, nicht nehmen, ins Erzgebirge zu kommen und der Veranstaltung beizuwohnen. In den Reden kam die Wichtigkeit zum Ausdruck, den Tag der Befreiung zu würdigen und die historische Bedeutung weder zu relativieren noch zu politisieren. Dr. Bagaj bedankte sich bei allen, die das Andenken an die sowjetischen Opfer des Krieges bewahren und die Verbundenheit mit dem russischen Volk aufrechterhalten. Alle Teilnehmenden waren sich einig, dass Diplomatie und Völkerverständigung die Kriegstreiberei und Konfrontation ersetzen müssen, denn… OHNE FRIEDEN IST ALLES NICHTS! Ein besonderer Dank gilt BSW-Stadt- und Kreisrat Gerd Glöckner, der die Gedenkstätte seit Jahren betreut und die jährliche Gedenkfeier organisiert. GLÜCK AUF! Ulf Lange

8. Mai 2026 – Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus an der Kriegsgräberstätte im Pockau-Lengefelder Ortsteil Nennigmühle Weiterlesen »

Gesundheitstour in Südwestsachsen – die BSW-Fraktion Sachsen unterwegs

28. April: Tourauftakt in Chemnitz. Mit meinen Landtagskollegen Janina Pfau, Ronny Kupke, Dr. Ingolf Huhn und Nico Rudolph sowie vielen fleißigen Mitarbeitern startete ich heute in die Gesundheitstour. Verteilt über die nächsten fünf Monate besuchen wir 9 Stationen. Wir machen das wichtige Thema Gesundheit zum Motto unserer Reise durch Westsachsen, weil es uns alle angeht und bewegt. Bekanntlich läuft aktuell vieles schief im Gesundheitswesen. Krankenhäuser werden geschlossen, Hausärzte – vor allem im ländlichen Raum – werden immer weniger, Facharzttermine sind Mangelware u.v.m. An unseren Marktständen in der Region möchten wir darüber mit den Menschen ins Gespräch kommen und die Lösungsansätze des BSW vermitteln. Genauso wichtig ist es uns, die Meinung der Leute anzuhören. Wir nehmen die Sorgen, Nöte und Probleme ernst, notieren sie uns und versuchen, sie politisch umzusetzen. „Zuhören um zu ändern“ – das ist unser Plan. In Chemnitz ging es gut los. Es war Markttag und unser Pavillon stand mitten auf dem Neumarkt. Wir waren sicht- und ansprechbar. Es waren gute Gespräche, kritisch, konstruktiv, manchmal verzweifelt schilderten uns die Passanten, was sie beschwert. Wir haben aufmerksam zugehört. Danke für Ihr Interesse, danke für Ihre Gesprächsbereitschaft. Nächste Station ist am 21.05.2026 in Stollberg. Wir sehen uns… GLÜCK AUF, Ulf Lange

Gesundheitstour in Südwestsachsen – die BSW-Fraktion Sachsen unterwegs Weiterlesen »

EInen Tag unterwegs mit der Spedition Schuster aus Stollberg

Damit man die Bodenhaftung nicht verliert, sollte man regelmäßig am „richtigen Leben“ – also außerhalb der Berufspolitiker-Blase – teilnehmen. Gestern durfte ich deshalb eine „Schicht“ auf dem Beifahrersitz eines Sattelschleppers der Fa. Spedition Schuster aus Stollberg fahren. Unser 40-Tonner startete Punkt sechs in Richtung Aue, von dort ging’s voll beladen nach Bamberg, Ladung runter, neue Ladung drauf und ab nach Zwickau. Abkippen, wieder nach Aue zum Laden und dann zurück in den Heimathafen. Nach ca. 500km intensiver Trucker-Arbeit war 16.30 Uhr Feierabend. Zwischendurch ist in der Kabine viel Zeit zum Reden: Beruflicher Werdegang, Arbeitsabläufe, auch Privates. Was bewegt die Branche aktuell? Klar, die exorbitanten Spritpreise. Die Spedition verfügt über 20 LKW‘s, Tankinhalt 500l, da weiß man, was das Wort „Mehrkosten“ bedeutet. Aber auch die Erhöhung der Mautgebühren oder der Preisdruck durch die Konkurrenz aus Polen und Tschechien belasten die Unternehmen. Die Firma Schuster bildet seit jeher Lehrlinge aus. „Mein“ Fahrer Julien ist nebenbei auch Lehrmeister. Die Geschichten, die er dazu erzählt, sind nicht immer lustig. Bei vielen zählt heutzutage Work-Live-Balance und Selbstverwirklichung mehr als Ehrgeiz, Fleiß und Disziplin. Obwohl bei Schuster‘s Toleranz groß geschrieben wird, ist manches grenzwertig. Ich hab wie immer viel gelernt: Vom Trucker-Leben, das einem anderen Tagesrhythmus folgt. Vom LKW-Wiegen. Dass man auch ans Ziel kommt, wenn man mit 85 km/h über die Autobahn „kriecht“. Dass man immer „rückwärts“ aus dem Fahrerhaus klettert . Und noch vieles mehr. Julien ist ein Super-Typ. Nicht nur, weil er den Laster und mich mit einer beeindruckenden Ruhe und Gelassenheit sicher durch die Lande kutschierte, sondern auch weil er sich geduldig meine Monologe zur Politiker-Tätigkeit anhörte. Nein, ich hab sie ihm nicht aufgedrängt, er wollte sie wissen und zeigte sich sehr interessiert. Anschließend trafen wir uns mit den Geschäftsführern Mathias und Markus Schuster zu einer politischen Diskussion bei Kaffee und Schnittchen. Ich kenne die beiden Herren schon seit Jahren, wie immer war das Gespräch konstruktiv und unterhaltsam. Danke an alle Beteiligten, dass sie mir diesen erkenntnisreichen Arbeitstag ermöglichten. Hat echt Spaß gemacht! Mit einem herzlichen GLÜCK AUF! Ulf Lange

EInen Tag unterwegs mit der Spedition Schuster aus Stollberg Weiterlesen »

81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald

81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald

Am 11.04.1945 wurde das Konzentrationslager Buchenwald durch amerikanische Truppen befreit. 81 Jahre später versammelten sich Mitglieder des thüringischen und des sächsischen BSW gemeinsam mit Vertretern der Vereinigung „Deutsch-russische Seelen“ an diesem geschichtsträchtigen Ort, um der tausenden Opfer zu gedenken. Unser gemeinsames Anliegen ist es, vor Rassismus und Gewaltherrschaft zu warnen und an dessen Folgen, nämlich Krieg und Zerstörung, zu erinnern. Heute soll unser Land wieder kriegstüchtig gemacht werden, Kriegshysterie und massive Aufrüstung bestimmen die Politik der aktuellen Regierung. Umso wichtiger ist es, ein Zeichen für Frieden und Völkerverständigung zu setzen. Die Delegationen, denen unter anderem Anke Wirsing, Mitglied des Thüringer Landtages und friedenspolitische Sprecherin der dortigen BSW-Fraktion, Anastasia Wirsing, Bundesvorsitzende des JSW, Ulf Lange, Mitglied der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag, Frank Hartung und Gerd Glöckner vom BSW-Kreisverband Erzgebirge und Jan Riedel, Vereinsvorsitzender der „Deutsch-Russischen Seelen“, angehörten, legten gemeinsam Kränze und Blumen nieder. Sowohl am weithin sichtbaren Glockenturm auf dem Ettersberg als auch auf dem Appellplatz innerhalb der KZ-Gedenkstätte wurde in kurzen Ansprachen an das Leid der Häftlinge erinnert und die Toten geehrt. Es war eine würdevolle Veranstaltung, die in besonderer Weise Ehrung, Gedenken und Mahnung vereinte und zudem die gute bundesländerübergreifende Zusammenarbeit des BSW demonstrierte. GLÜCK AUF! Ulf Lange

81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald Weiterlesen »

Besuch im Sächsischen Landtag

Besuch im Sächsischen Landtag

Ein Bus voller politikinteressierter Menschen aus dem Erzgebirge, wundervolles Vor-Frühlings-Wetter und jede Menge gute Laune – so ging es am Freitag zum Besuch des Sächsischen Landtages nach Dresden. Meine 27 Gäste und ich nahmen an einer hochinteressanten, sehr informativen Führung durch das „Hohe Haus“ teil, probierten die Sitzplätze im Plenarsaal aus und schauten anschließend den Fraktionssaal der sächsischen BSW-Fraktion sowie ein Abgeordnetenbüro (in dem Fall meins ) an. Danach versammelten wir uns zu einem sogenannten „Abgeordnetengespräch“ mit Frage- und Diskussionsrunde, dazu gab es einen deftigen Imbiss und kühle Getränke. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass die erhaltenen Einblicke in den parlamentarischen Alltag teils deutlich von ihren Vorstellungen von politischer Arbeit abweichen. Die ungeschönten Informationen und Anekdoten zu „üblichen“ Vorgängen im Landtag riefen oft erstauntes Kopfschütteln hervor. Insofern konnte ich mein Vorhaben, den mitgereisten Bürgern einen realistischen Eindruck vom Wirken der „Volksvertreter“ zu vermitteln, vollständig umsetzen. Ich bedanke mich für das Interesse und lade hiermit diejenigen, die jetzt neugierig geworden sind, ganz herzlich zur nächsten Landtagsfahrt ein, die voraussichtlich im Herbst diesen Jahres stattfinden wird. Mit einem herzlichen GLÜCK AUF! Ulf Lange

Besuch im Sächsischen Landtag Weiterlesen »

Aus dem Alltag eines Fachpolitikers für Landwirtschaft und Regionalentwicklung

Als landwirtschaftspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag bin ich Obmann im Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft. Hier befasse ich mich unter anderem mit Themen wie Mercosur-Abkommen, Schutz beziehungsweise Bejagung von Wolf, Luchs und Biber, Agrarstrukturgesetz, Düngemittelverordnung, Ergebnissen und Folgen der Bauernproteste, dem Waldumbau und mehr. Ich treffe mich regelmäßig mit Interessenvertretern der verschiedenen Akteure: Landes- und Regionalbauernverband (SLB/RBV), dem Naturschutzbund NABU, dem Verein „Land schafft Verbindung“, dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und vielen anderen. Noch intensiver ist mein Austausch mit verschiedenen land- und forstwirtschaftlichen Betrieben, Weingütern, Wasser-/Abwasserzweckverbänden und ähnlichem. Dies ist besonders wichtig, da ich mir dort das Rüstzeug für meine Arbeit hole. Da unsere Fraktion alle Themenfelder und Ausschüsse besetzen muss, wir aber nicht auf jedem Gebiet einen entsprechend bewanderten Abgeordneten aufbieten können, sind in manchen Bereichen – wie in meinem – auch fachfremde Politiker tätig. Das ist nicht schlimm, so geht man wenigstens vorbehaltlos an die Probleme heran, benötigt lediglich zwei Voraussetzungen dazu: Einen ausgewiesenen Experten an meiner Seite sowie den Willen, sich mit der Spezifik des Tätigkeitsbereiches eingehend auseinanderzusetzen. Ersteren habe ich mit meinem Parlamentarischen Berater Carsten Berg gefunden, letzteres habe ich mir auf die Fahne geschrieben. Natürlich befasse ich mich zusätzlich mit regionalen Themen meines Wahlkreises. Das eindrucksvollste Erlebnis war dabei meine „Tour de Commune“ genannte Besuchsreise durch die Rathäuser des Erzgebirgskreises, in deren Verlauf ich innerhalb von fünf Monaten zu Gast bei 53 Bürgermeister meiner Heimatregion sein durfte. Ein herzliches GLÜCK AUF! Ulf Lange, MdL, ErzgebirgeMitglied und Obmann im Ausschuss für Umwelt und LandwirtschaftSprecher für LandwirtschaftspolitikSprecher für Regionalentwicklung

Aus dem Alltag eines Fachpolitikers für Landwirtschaft und Regionalentwicklung Weiterlesen »

Meine Tour de Commune 2025 – ein Fazit

Die „Tour de Commune“, meine Exkursion in die Rathäuser des Erzgebirgskreises, war das wert- und eindrucksvollste, was ich in meiner Abgeordnetentätigkeit bisher erlebte. (Statistik: 52 Termine mit 49 hauptamtlichen und 5 ehrenamtlichen Bürgermeistern sowie dem Landrat des Erzgebirgskreises) In den Büros der Bürgermeister lernte ich unglaublich interessante Menschen kennen, höchst unterschiedliche Typen, die ihr Amt so individuell ausführen, wie ihre Charaktere verschieden sind. Die einen umgibt eine Aura der Würde und Erfahrung, dass man fast strammstehen möchte. Andere dagegen empfangen einen mit einer kumpelhaften Herzlichkeit, dass man meint, man kennt sie schon seit Kindesbeinen. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister unserer Region sind allesamt Top-Leute, die für ihre Kommunen brennen und denen deren Wohl und Gedeihen im wahrsten Sinne am Herzen liegt. Das beruhigt und erzeugt gleichzeitig Zuversicht. Die Gespräche verliefen meist ähnlich. Zuerst ein kurzes „Abtasten“ wie man beim Boxen sagt. Manche waren neugierig, manche skeptisch. Was ist das für einer ist, der das BSW im Erzgebirge vertritt? Und schnell wurde klar: Es ist…ein Erzgebirger. In den meisten Fällen war damit das Eis gebrochen und es entspann sich ein gutes, intensives, tiefgründiges Gespräch, in dessen Verlauf man viele gemeinsame Standpunkte entdeckte. Wir besprachen zunächst viele ortsspezifische Dinge, doch bald kristallisierte sich heraus, dass es grundsätzlich die gleichen „großen“ Probleme sind, die allen Bürgermeistern gleichermaßen und kaum lösbar unter den Nägeln brennen. Die prekäre Lage der kommunalen Haushalte ist immer ein Hauptthema. Sachsens Städten und Gemeinden steht finanziell das Wasser bis zum Hals – und Besserung ist nicht in Sicht. Die Verteilung des Infrastruktursonder“vermögens“ stößt allerorten auf heftigste Kritik. Die explodierenden Kosten für die Kindertageseinrichtungen – und die Weigerung der Staatsregierung, sich angemessen und dynamisch daran zu beteiligen – ein absolutes Reizthema. Straßenbau, Windkraft, marode Schulen und kommunale Gebäude, galoppierende Kostensteigerungen für Feuerwehrfahrzeuge und Ausrüstungen. Natürlich auch Personalmangel in den Verwaltungen, die überbordende Bürokratie oder das Migrationsthema mit all seinen Facetten – kaum ein Ort, an dem diese Dinge spurlos vorübergehen. Aber die kommunalen Verantwortungsträger jammern nicht, sondern versuchen, das Beste aus der verfahrenen Situation zu machen. Sie kritisieren, aber sie bieten auch Lösungsvorschläge an. Nur ein Beispiel: Pauschale Mittelzuweisungen statt bürokratischer Förderpraxis. Warum? Weil die Bürgermeister und Bürgervertretungen am besten wissen, wo in ihrer Stadt, ihrem Dorf der Schuh drückt. Dazu gehört Vertrauen in die Gewählten und deren Arbeit. Doch das sucht man oft vergebens. Einen Satz hörte ich immer wieder: „Schön, dass sich mal jemand aus dem Landtag hier blicken lässt“. Das macht mich nachdenklich. Die Frage, ob ein Land funktioniert oder nicht, wird nicht in Dresden beantwortet, sondern in den Städten und Gemeinden des Freistaates. Nicht von den Politikern, sondern von den Bürgerinnen und Bürgern! Die Schnittstelle zwischen Bevölkerung und Politik ist genau hier: IN DEN RATHÄUSERN der Kommunen. Wer also wissen will, was im Land läuft oder nicht läuft, der muss sich HIERHER begeben. Hier hört er Wahrheiten. Unverblümt, mit deutlichen Worten. Warum die Landespolitik so selten die Chance ergreift, sich vor Ort zu informieren (ich rede nicht von Empfängen und Eröffnungen mit Sekt und Häppchen!), erschließt sich mir nicht. Es ist falsch, wenn die Staatsregierung in Dresden glaubt, die Probleme der „kommunalen Ebene“ zu kennen und deshalb das Ohr nicht mehr an die Masse legen zu müssen. Die Themen, die im Parlament besprochen werden, sind meist so weit weg vom Alltag im Land, dass sich Bevölkerung und kommunale Verwaltungen nicht mehr gehört und nicht mehr verstanden fühlen. Und wenn man das realisiert, weiß man, warum Stimmung und Wahlverhalten in Sachsen so sind, wie sie sind… Die 25 Bürgermeister, mit denen ich in Dresden zur Anhörung der Enquetekommission „Kommunalhaushalte“ weilte, stellten unisono eine Frage: Warum ist von der Regierung niemand anwesend, wenn die Vertreter der Kommunen ihren Sorgen, Nöten, Kritiken und Forderungen Ausdruck verleihen??? Darüber sollte in Staatskanzlei und Ministerien dringend mal nachgedacht werden… Zurück zur Bürgermeisterrunde. Ja, ich war da. Das war für mich wichtig, hilf- und lehrreich. Es ist gut zu wissen, welch geballte Kompetenz, Erfahrung und Kraft in den erzgebirgischen Rathäusern zu finden ist. Aufgrund der Oppositionsrolle meiner Partei ist es schwierig, direkt zu helfen. Mit irgendwelchen Sprüchen und Zusagen halte ich mich tunlichst zurück. Sollte es aber irgendeine noch so kleine Möglichkeit der Unterstützung geben, werde ich sie zu nutzen versuchen. Versprochen. Vielleicht gelingt es uns – gemeinsam und kraftvoll – die Regierenden an deren Pflichten gegenüber den Kommunen zu erinnern und diese einzufordern. Immer und immer wieder! Ich freue mich außerordentlich, Ihre Bekanntschaft gemacht zu haben, meine Damen und Herren Bürgermeister! Vielen Dank für Ihre Offenheit im Gespräch, vor allem aber für Ihr Engagement, Ihre Ausdauer, Ihren Ehrgeiz und die Tatkraft, mit der Sie Ihre Kommunen führen. Das macht Mut. GLÜCK AUF, Ihr Ulf Lange!

Meine Tour de Commune 2025 – ein Fazit Weiterlesen »

Und sonst so? Persönliche Einblicke

Der Alltag im Parlament – mit Sitzungen, Ausschüssen, Gesprächen, Anträgen und Debatten – fordert viel Konzentration und mentale Stärke. Ständig gilt es, die Balance zu halten zwischen den Interessen der Menschen, denen ich verpflichtet bin, und den politischen Realitäten, die häufig von Blockaden und Stillstand geprägt sind. Gerade in solchen Phasen ist es für mich unerlässlich, mir bewusst Freiräume zu nehmen. Nicht als Rückzug – sondern als Voraussetzung, um handlungsfähig zu bleiben. Für mich bedeutet das: raus in die Natur. Die Wälder rund um meinen Heimatort Auerbach im Erzgebirge sind mein Rückzugsort. Beim Spaziergang durch den Wald, mit frischer Luft in der Lunge und dem Blick auf das Spiel von Licht und Schatten, finde ich Abstand. Hier denke ich klar, sortiere Gedanken, gewinne neue Perspektiven. Die Natur ist kein Fluchtort, sondern ein Ort der Reflexion. Sie entschleunigt, stellt das Wesentliche wieder in den Mittelpunkt – und bringt oft Lösungen ans Licht, auf die man in der Hektik des politischen Betriebs nicht gekommen wäre. Wertvoll sind für mich auch Gespräche mit Freunden – gerade mit denen, die nicht in der Politik unterwegs sind. Ihre Sicht auf die Dinge ist oft ungeschönt, direkt und ehrlich. Sie helfen mir, den Boden unter den Füßen zu behalten, stellen kritische Fragen, geben Rückhalt – oder erinnern mich auch mal daran, wenn ich mich verrenne. In einem politischen Umfeld, das häufig von Taktik und Formeln dominiert ist, sind solche Gespräche ein notwendiger Gegenpol. Und ja, manchmal gehört dazu auch ein ehrlicher Wutanfall. Wer Politik nur rational betrachtet, verliert irgendwann den inneren Antrieb. Ich empfinde Frust, wenn gute Ideen an parteipolitischer Sturheit oder Bürokratie scheitern. Aber ich lasse diesen Frust nicht stehen. Ich mache daraus Energie. Denn genau das ist der Kern meines politischen Handelns: Nicht bloß kritisieren, sondern verändern. Nicht jammern, sondern beantragen. Nicht kapitulieren, sondern kämpfen. Der Beruf als Abgeordneter verlangt Haltung, Ausdauer – und immer wieder die Fähigkeit, neu anzusetzen. Das geht nur, wenn man mit sich selbst im Reinen bleibt. Ich nehme mir diese Auszeiten, weil ich weiß: Nur wer klar denkt, kann klar entscheiden. Nur wer mit frischem Blick auf die Dinge schaut, kann kreativ und wirksam arbeiten. Die weltpolitische Lage ist angespannt wie selten zuvor: Kriege, Klimakrise, wirtschaftliche Schieflagen, soziale Spaltungen. Und auch wenn vieles weit weg scheint – all das hat unmittelbare Folgen für unser Leben in Sachsen. Als BSW stehen wir für eine Politik, die sich nicht von Angst und Konfrontation treiben lässt, sondern auf Klarheit, soziale Gerechtigkeit und Friedensfähigkeit setzt. Wir erleben derzeit eine gefährliche Verschiebung der politischen Koordinaten: massive Aufrüstung, starre Bündnistreue, das Abdriften in Blocklogik. All das bringt uns keinen Schritt weiter. Wir brauchen eine werteorientierte Außenpolitik, die auf Dialog und Verständigung setzt – nicht auf Eskalation. Das heißt konkret: Außenwirtschaftliche Beziehungen müssen dem Gemeinwohl dienen – nicht Konzerninteressen. Wir brauchen Energiepartnerschaften, die ökologisch tragfähig sind, und Handelsbeziehungen, die soziale Mindeststandards respektieren. Außenpolitik darf nicht zur Bühne für militärische Machtspiele verkommen. Stattdessen setzen wir auf zivile Konfliktlösung, lokale Entwicklung und echte Friedensdiplomatie. Sachsen ist kein außenpolitischer Akteur im klassischen Sinne. Aber auch hier werden Entscheidungen getroffen, Fördergelder verteilt, Weichen gestellt. Wir tragen Verantwortung dafür, wie wir in Europa und in der Welt wirken – durch unser wirtschaftliches Handeln, unsere Bildungspolitik, unsere Integrationsfähigkeit. Und genau hier setzen wir an: mit einem klaren Nein zu Aufrüstung und einem Ja zu internationaler Solidarität, die mehr ist als Symbolpolitik. Mir ist bewusst: Nicht jeder Tag bringt Durchbrüche. Vieles ist zäh, vieles scheitert. Aber genau deshalb ist es wichtig, den inneren Kompass nicht zu verlieren. Ich bleibe dran – nicht, weil es leicht ist, sondern weil es richtig ist. Für eine Politik, die den Menschen dient. Für soziale Sicherheit, regionale Stärke und eine friedlichere Welt. Sie wollen mit mir ins Gespräch kommen oder meine Arbeit unterstützen? Dann melden Sie sich gern – ich freue mich auf den Austausch. Ich bleibe für Sie dran – im Landtag, in der Region, im Gespräch. Mit einem herzlichen GLÜCK AUF!

Und sonst so? Persönliche Einblicke Weiterlesen »

Nach oben scrollen