Weinbau gehört zu den Elementen meines parlamentarischen Sprecherbereiches. Deshalb besuchte ich das Sächsische Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul – gemeinsam mit meiner Landtagskollegin Uta Knebel, in deren Wahlkreis dieses wunderschöne Kleinod liegt. Empfangen wurden wir vom Weinbauleiter des Gutes, Till Neumeister. Er nahm uns mit auf eine Reise „von der Rebe in die Flasche“. Wir erlebten eine überaus freundlich-eloquente Führung mit geballter Fachkompetenz. Herr Neumeister verstand es, uns nicht nur die Erfolgsgeschichte des ersten Erlebnis-Weingutes in Deutschland bestens zu veranschaulichen, sondern auch die Maßnahmen zu erklären, die dazu führten. Zurecht mit hörbarem Stolz. Das sächsische Staatsweingut ist als Tochterfirma der Sächsischen Aufbaubank (SAB) eine GmbH, die eigene unternehmerische Entscheidungen trifft. Im Gegensatz zu den meisten staatlichen Weingütern in anderen Bundesländern wirft es Gewinn ab und liegt somit dem Land nicht „auf der Tasche“. Schloss Wackerbarth stellt sowohl Wein als auch Sekt her. Diese Kombination ist eher selten, zumal in der hier gebotenen erlesenen Qualität. Die äußerst hochwertigen Produkte sind auf dem Markt sehr gefragt. Interessanterweise beschränkt sich das Vermarktungsgebiet des Gutes weitgehend auf die ostdeutschen Bundesländer. Nicht weil man woanders die Produkte nicht will, sondern weil die Kapazitäten damit erschöpft sind. Wobei zu erwähnen ist, dass viele der edlen Tropfen an die Konsulate der Bundesrepublik verkauft werden und dort zu entsprechenden Anlässen für Gaumenfreuden sorgen. Nebenbei bekamen wir noch Detailwissen zu den Ursprüngen des Weinanbaus, zu Rebsorten und Anbaugebieten vermittelt. Wir bestaunten eine Drohne, durch deren Einsatz die Pflege der Pflanzen wesentlich effektiver wird, befassten uns mit dem sehr kostenintensiven Bau der für Wackerbarth typischen Trockenmauern an den Terrassen der Weinberge und hörten mit Freude vom bestens funktionierenden Ausbildungsprogramm für den Berufsnachwuchs. Anschließend unternahmen wir einen Rundgang im Schlossgebäude und durch die Weinkeller. Wir nehmen mit, dass auf Schloss Wackerbarth ein beispielhaftes Gesamtkonzept erstellt wurde, das in seiner Gesamtheit von Produktion, Traditionspflege, Event-Tourismus und Berufsausbildung einmalig ist. Klasse, so geht sächsisch! Zusätzlich gab es noch eine absolute Rarität zu bestaunen: Eine blühende Agave. Ich erfuhr, dass dies in Regionen nördlich der Alpen fast an ein Naturwunder grenzt. Wieder was dazugelernt… Ein wundervoller Tag bei herrlichem Hochsommerwetter. Ein großes Dankeschön geht an das Team des Staatsweingutes für die tolle Arbeit, ganz besonders natürlich an Till Neumeister, der diesen Termin zu einem echten Erlebnis machte. GLÜCK AUF!