Montanregion

Erzgebirge wird verkauft – und keiner stoppt es

Während überall von „strategischer Souveränität“ gesprochen wird, droht im Erzgebirge genau das Gegenteil: Ein zentrales Rohstoffprojekt soll an einen Investor aus Asien gehen. Was hier passiert, ist kein gewöhnlicher Deal – es geht um eine Region, ihre Geschichte und ihre Zukunft. Der Bergbau hat das Erzgebirge geprägt wie kaum etwas anderes. Er hat Arbeit geschaffen – und tiefe Brüche hinterlassen. Gerade deshalb braucht es heute Verantwortung. Stattdessen droht ein Ausverkauf. Ulf Lange bringt es auf den Punkt: „Während die Bundesregierung öffentlich betont, unabhängiger von globalen Lieferketten werden zu wollen und Wertschöpfung im eigenen Land zu stärken, wird hier ein strategisch wichtiges Rohstoffprojekt faktisch aus der Hand gegeben. Wolfram und Zinn sind Schlüsselrohstoffe für Industrie, Energiewende und Hochtechnologie. Wer Versorgungssicherheit ernst meint, darf solche Projekte nicht aus der nationalen Verantwortung entlassen. Ein Verkauf an internationale Finanzinvestoren birgt die konkrete Gefahr, dass Rohstoffe primär nach globalen Marktlogiken verwertet werden – ohne Rücksicht auf regionale Interessen. Am Ende bleiben Belastungen vor Ort, während die Wertschöpfung abfließt. Das ist weder wirtschaftlich vernünftig noch politisch vermittelbar.“ Für uns als BSW ist klar: Strategische Rohstoffe gehören nicht auf den internationalen Wühltisch. Unsere Forderungen sind eindeutig: Stopp des Verkaufsprozesses Sicherung strategischer Rohstoffe in nationaler Verantwortung Regionale Wertschöpfung statt Abfluss von Gewinnen Mitsprache für Kommunen und Bevölkerung Klare Umwelt- und Gesundheitsstandards Verlässliche Arbeitsplätze für die Region Das Erzgebirge darf nicht wieder zum Spielball externer Interessen werden. Wer es ernst meint mit wirtschaftlicher Vernunft, muss jetzt handeln. GLÜCK AUF! Ulf Lange

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Besuch der Zinngrube Ehrenfriedersdorf

Alles kommt vom Bergwerk her…

Mit diesem historischen Spruch unterstreichen die Erzgebirger ihren Stolz auf die über 1000jährige Bergbautradition in der Region. Stolz ist auch die Ehrenfriedersdorfer Bürgermeisterin Silke Franzl. Nicht nur auf ihre Stadt, sondern auf die gesamte Montanregion Erzgebirge/Krušnohori, die seit 2019 zum UNESCO-Welterbe gehört. Ein Element davon ist die Zinngrube auf dem Ehrenfriedersdorfer Sauberg mit Besucherbergwerk und mineralogischem Museum. Heute durfte ich zusammen mit Frau Franzl eine exklusive Führung durch Museumsleiter Erik Ahner genießen. Zunächst fuhren wir über 100 Meter tief in den Berg ein. Zu Fuß ging’s durch die Stollengänge, später ratterten wir mit der Grubenbahn durch enge Felswände. Herr Ahner vermittelte uns viel Wissenswertes und führte einen Nachbau der historischen Wasserpumpe vor, die vor mehr als 500 Jahren bereits Georgius Agricola, den Begründer des modernen Bergbaus inspirierte. Extrem beeindruckend! Bei einem schmackhaften, extra für uns zubereiteten Imbiss erzählte die Bürgermeisterin von den finanziellen Nöten dieses industriehistorischen Kleinodes, die in der Endkonsequenz zu dessen Schließung führen könnten. Die Grube gehört neben drei weiteren Objekten zum Zweckverband Sächsisches Industriemuseum. Dieser Zusammenschluss benötigt staatliche Zuschüsse, um seiner wertvollen Tätigigkeit im kulturellen und touristischen Bereich nachkommen zu können. Man spürt in jeder Sekunde das temperamentvolle Engagement Silke Franzls, die auch Vorsitzende des Verbandes ist. Damit hat sie mich angesteckt. Als bekennender und stolzer Erzgebirger teile ich die Auffassung, dass dieses touristische Highlight, in dem Traditionen gepflegt und an junge Menschen weitervermittelt werden, eine auskömmlich finanzierte Zukunft haben MUSS! Es gäbe noch so viel zu berichten, doch noch viel besser wäre es, man macht sich selbst mal auf den Weg auf den Sauberg in Ehrenfriedersdorf. Erzgebirgischen Bergbau hautnah erleben – Geschichte atmen. Denn: Alles kommt vom Bergwerk her…! Mit einem herzlichen GLÜCK AUF! Ulf Lange

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