Ulf Lange

Besuch im Sächsischen Landtag

Besuch im Sächsischen Landtag

Ein Bus voller politikinteressierter Menschen aus dem Erzgebirge, wundervolles Vor-Frühlings-Wetter und jede Menge gute Laune – so ging es am Freitag zum Besuch des Sächsischen Landtages nach Dresden. Meine 27 Gäste und ich nahmen an einer hochinteressanten, sehr informativen Führung durch das „Hohe Haus“ teil, probierten die Sitzplätze im Plenarsaal aus und schauten anschließend den Fraktionssaal der sächsischen BSW-Fraktion sowie ein Abgeordnetenbüro (in dem Fall meins ) an. Danach versammelten wir uns zu einem sogenannten „Abgeordnetengespräch“ mit Frage- und Diskussionsrunde, dazu gab es einen deftigen Imbiss und kühle Getränke. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass die erhaltenen Einblicke in den parlamentarischen Alltag teils deutlich von ihren Vorstellungen von politischer Arbeit abweichen. Die ungeschönten Informationen und Anekdoten zu „üblichen“ Vorgängen im Landtag riefen oft erstauntes Kopfschütteln hervor. Insofern konnte ich mein Vorhaben, den mitgereisten Bürgern einen realistischen Eindruck vom Wirken der „Volksvertreter“ zu vermitteln, vollständig umsetzen. Ich bedanke mich für das Interesse und lade hiermit diejenigen, die jetzt neugierig geworden sind, ganz herzlich zur nächsten Landtagsfahrt ein, die voraussichtlich im Herbst diesen Jahres stattfinden wird. Mit einem herzlichen GLÜCK AUF! Ulf Lange

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Besuch der Zinngrube Ehrenfriedersdorf

Alles kommt vom Bergwerk her…

Mit diesem historischen Spruch unterstreichen die Erzgebirger ihren Stolz auf die über 1000jährige Bergbautradition in der Region. Stolz ist auch die Ehrenfriedersdorfer Bürgermeisterin Silke Franzl. Nicht nur auf ihre Stadt, sondern auf die gesamte Montanregion Erzgebirge/Krušnohori, die seit 2019 zum UNESCO-Welterbe gehört. Ein Element davon ist die Zinngrube auf dem Ehrenfriedersdorfer Sauberg mit Besucherbergwerk und mineralogischem Museum. Heute durfte ich zusammen mit Frau Franzl eine exklusive Führung durch Museumsleiter Erik Ahner genießen. Zunächst fuhren wir über 100 Meter tief in den Berg ein. Zu Fuß ging’s durch die Stollengänge, später ratterten wir mit der Grubenbahn durch enge Felswände. Herr Ahner vermittelte uns viel Wissenswertes und führte einen Nachbau der historischen Wasserpumpe vor, die vor mehr als 500 Jahren bereits Georgius Agricola, den Begründer des modernen Bergbaus inspirierte. Extrem beeindruckend! Bei einem schmackhaften, extra für uns zubereiteten Imbiss erzählte die Bürgermeisterin von den finanziellen Nöten dieses industriehistorischen Kleinodes, die in der Endkonsequenz zu dessen Schließung führen könnten. Die Grube gehört neben drei weiteren Objekten zum Zweckverband Sächsisches Industriemuseum. Dieser Zusammenschluss benötigt staatliche Zuschüsse, um seiner wertvollen Tätigigkeit im kulturellen und touristischen Bereich nachkommen zu können. Man spürt in jeder Sekunde das temperamentvolle Engagement Silke Franzls, die auch Vorsitzende des Verbandes ist. Damit hat sie mich angesteckt. Als bekennender und stolzer Erzgebirger teile ich die Auffassung, dass dieses touristische Highlight, in dem Traditionen gepflegt und an junge Menschen weitervermittelt werden, eine auskömmlich finanzierte Zukunft haben MUSS! Es gäbe noch so viel zu berichten, doch noch viel besser wäre es, man macht sich selbst mal auf den Weg auf den Sauberg in Ehrenfriedersdorf. Erzgebirgischen Bergbau hautnah erleben – Geschichte atmen. Denn: Alles kommt vom Bergwerk her…! Mit einem herzlichen GLÜCK AUF! Ulf Lange

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Austausch zum Bauernfrühstück mit Sächsischen Landtwirten

Austausch zum Bauernfrühstück in Stollberg

Am 10. März 2026 fand im Stollberger Kulturbahnhof das „1. Erzgebirgische Bauernfrühstück“ statt. Der Name klingt zunächst etwas verwirrend, der Hintergrund ist aber einfach: Mein Team und ich hatten Landwirtinnen und Landwirte der Region sowie Interessenvertreter der Branche zu einem fachlichen Austausch eingeladen – inklusive Frühstück. Ein sehr sinnvolles Format, bei dem die Betroffenen sprechen und die Politik zuhört, nicht – wie zu oft – umgekehrt! Thematisiert wurden in Eingangsrede, Impulsvortrag und offener Diskussion die aktuellen Probleme in der Landwirtschaft: Existenzbedrohende Erzeugerpreise, überbordende bürokratische Anforderungen, Tierwohlbestimmungen, das Düngerecht, Mindestlohn, u.v.m. Es entwickelte sich eine äußerst lebhafte Debatte. Die teilnehmenden Firmeninhaber, Besitzer oder Geschäftsführer kleiner oder mittlerer Höfe bzw. Agrarunternehmen sowie mit Werner Bergelt der Geschäftsführer des Regionalbauernverbandes fanden klare Worte zur ihrer Situation, zu von der Politik verursachten Fehlentwicklungen oder Ihren Erwartungshaltungen an EU, Bund und Landesregierung. Und wieder wurde das Missverhältnis zwischen den Menschen, die für Lebensmittel und Ernährungssicherheit sorgen, und deren Ansehen in unserer Gesellschaft deutlich. Als landwirtschaftspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im sächsischen Landtag ist es mir ein besonderes Anliegen, die Wertschätzung für diesen eminent wichtigen Berufszweig ins richtige Lot zu bringen. Mit diesem Versprechen und der Zusage, dieses nützliche Gesprächsformat regelmäßig fortzuführen, endete eine interessante und beiderseits zufriedenstellende Veranstaltung nach zweieinhalb Stunden. Ich selbst habe wieder viel gelernt und neue Sichtweisen kennengelernt. Danke an die engagierten Teilnehmer – und bis zum nächsten Mal, wenn das Motto wieder heißt: „Zuhören – verstehen – anpacken!“ Mit einem herzlichen GLÜCK AUF! Ulf Lange

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Verteilen von symbolischen Küsschen zum Frauentag am 8. März

Frauentags-Tour durchs Erzgebirge

Am Internationalen Frauentag hieß es: HERZLICHEN DANK, liebe Frauen, für alles AUSSERGEWÖHNLICHE, das ihr täglich in Arbeit, Familie und Leben leistet. Den Kofferraum gefüllt mit liebevoll gebastelten Überraschungen (siehe Fotos: Idee Gerd Glöckner/Gestaltung Annett Mrowczynski) fuhren wir am Sonntagvormittag los, um mit unserer Aktion „1000 Küßchen für 1000 Frauen“ einigen der heute arbeitenden Damen – vornehmlich in medizinischen und Pflegeberufen – eine süße Überraschung zu überbringen. Es ging von Annaberg-Buchholz über Zschopau, Olbernhau, Blumenau, Meinersdorf bis nach Stollberg, in Senioren- und Pflegeheime sowie alle 4 Häuser des Erzgebirgsklinikums (Vielen Dank an die Geschäftsführer des EK bzw. der Sozialbetriebe Mittleres Erzgebirge, Marcel Koch und Andreas Haustein für die Zutrittsberechtigung). Die beschenkten Frauen waren überrascht, freuten sich und dankten ihrerseits für die Aufmerksamkeit. Sie letzten übriggebliebenen von tatsächlich 1000 Präsentchen fanden bei Ausflüglerinnen am Geyerschen Teich reißenden Absatz. Strahlender Sonnenschein, strahlende Augen – was will man mehr? Danke sagen, Freude schenken, in überraschte Gesichter schauen. Ein schöner Tag! Mit einem herzlichen GLÜCK AUF! Ulf Lange

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Aus dem Alltag eines Fachpolitikers für Landwirtschaft und Regionalentwicklung

Als landwirtschaftspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag bin ich Obmann im Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft. Hier befasse ich mich unter anderem mit Themen wie Mercosur-Abkommen, Schutz beziehungsweise Bejagung von Wolf, Luchs und Biber, Agrarstrukturgesetz, Düngemittelverordnung, Ergebnissen und Folgen der Bauernproteste, dem Waldumbau und mehr. Ich treffe mich regelmäßig mit Interessenvertretern der verschiedenen Akteure: Landes- und Regionalbauernverband (SLB/RBV), dem Naturschutzbund NABU, dem Verein „Land schafft Verbindung“, dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und vielen anderen. Noch intensiver ist mein Austausch mit verschiedenen land- und forstwirtschaftlichen Betrieben, Weingütern, Wasser-/Abwasserzweckverbänden und ähnlichem. Dies ist besonders wichtig, da ich mir dort das Rüstzeug für meine Arbeit hole. Da unsere Fraktion alle Themenfelder und Ausschüsse besetzen muss, wir aber nicht auf jedem Gebiet einen entsprechend bewanderten Abgeordneten aufbieten können, sind in manchen Bereichen – wie in meinem – auch fachfremde Politiker tätig. Das ist nicht schlimm, so geht man wenigstens vorbehaltlos an die Probleme heran, benötigt lediglich zwei Voraussetzungen dazu: Einen ausgewiesenen Experten an meiner Seite sowie den Willen, sich mit der Spezifik des Tätigkeitsbereiches eingehend auseinanderzusetzen. Ersteren habe ich mit meinem Parlamentarischen Berater Carsten Berg gefunden, letzteres habe ich mir auf die Fahne geschrieben. Natürlich befasse ich mich zusätzlich mit regionalen Themen meines Wahlkreises. Das eindrucksvollste Erlebnis war dabei meine „Tour de Commune“ genannte Besuchsreise durch die Rathäuser des Erzgebirgskreises, in deren Verlauf ich innerhalb von fünf Monaten zu Gast bei 53 Bürgermeister meiner Heimatregion sein durfte. Ein herzliches GLÜCK AUF! Ulf Lange, MdL, ErzgebirgeMitglied und Obmann im Ausschuss für Umwelt und LandwirtschaftSprecher für LandwirtschaftspolitikSprecher für Regionalentwicklung

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Zwei Jahre Bauernproteste – BSW fordert verbindliche Regeln für faire Preise und Schutz vor Bodenspekulation

Zwei Jahre nach den Bauernprotesten hat sich die Lage vieler landwirtschaftlicher Betriebe weiter verschärft. Nicht kostendeckende Erzeugerpreise, steigende Kosten und explodierende Bodenpreise gefährden die wirtschaftliche Existenz zahlreicher Höfe in Sachsen. Mit einem Antrag fordert die BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag die Staatsregierung auf, endlich strukturelle Maßnahmen zu ergreifen. Zentrale Punkte sind verbindliche, schriftliche Verträge zwischen Erzeugern und Abnehmern mit Mindeststandards bei Preisen und Laufzeiten, eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung sowie der gezielte Ausbau regionaler Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen. Ulf Lange, landwirtschaftspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion, erklärt:„Die Bauernproteste waren ein Warnsignal. Doch politisch ist danach viel geredet und wenig verändert worden. Solange Landwirtinnen und Landwirte keine fairen Preise und keine Planungssicherheit haben, wird das Höfesterben weitergehen.“ Besonders kritisch sieht die BSW-Fraktion die Entwicklung am Bodenmarkt. In Sachsen haben sich die Kaufpreise für Agrarflächen in den letzten Jahren nahezu verdreifacht. Außerlandwirtschaftliche Investoren und spekulative Modelle verdrängen zunehmend ortsansässige Betriebe. „Wenn Agrarland zur Geldanlage wird, verliert die Landwirtschaft ihre Grundlage“, so Lange. „Der Freistaat muss endlich Regulierungslücken schließen und Preismissbrauch bei Kauf- und Pachtverträgen wirksam begrenzen.“ Auch der Umbau der Tierhaltung komme ohne verlässliche Förderung nicht voran. Die Kürzungen beim Bundesprogramm „Umbau der Tierhaltung“ hätten Investitionen in mehr Tierwohl ausgebremst. Die BSW-Fraktion fordert deshalb eine langfristig gesicherte Finanzierung durch den Bund, orientiert an den Empfehlungen der Borchert-Kommission. Mit dem Antrag macht die BSW-Fraktion deutlich: Ohne verbindliche Regeln, Schutz vor Bodenspekulation und echte Planungssicherheit drohen weitere Betriebsschließungen und eine nachhaltige Schwächung des ländlichen Raums in Sachsen. Ein herzliches GLÜCK AUF! Ulf Lange

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Deutschland als Nato-Drehscheibe – oder als Friedensmotor?

Das derzeit laufende Nato-Großmanöver in Deutschland mit tausenden Soldaten und schwerem Gerät ist ein weiteres Signal militärischer Eskalation in einer ohnehin hochgefährlichen sicherheitspolitischen Lage. Statt Vertrauen aufzubauen und Gesprächskanäle zu stärken, wird erneut auf Machtdemonstration und Abschreckung gesetzt. Diese Politik hat Europa nicht sicherer gemacht. Im Gegenteil: Seit Jahren erleben wir eine schrittweise Militarisierung der Außenpolitik, steigende Rüstungsausgaben und eine wachsende Kriegsgefahr. Wie Sahra Wagenknecht zu Recht betont, ist die Nato längst kein reines Verteidigungsbündnis mehr, sondern Teil einer Konfrontationsstrategie, die zur Eskalation beigetragen hat, statt sie zu verhindern. Wer ernsthaft Frieden will, muss anerkennen, dass Sicherheit in Europa nicht gegen Russland, sondern nur gemeinsam mit Russland organisiert werden kann. Eine neue europäische Sicherheitsarchitektur, die auf Diplomatie, gegenseitigen Sicherheitsgarantien und Deeskalation basiert, ist überfällig. Militärmanöver, Aufrüstung und Drohkulissen führen nicht zu Stabilität, sondern vertiefen Misstrauen und erhöhen das Risiko eines großen Krieges. Gerade Deutschland trägt als zentrale Drehscheibe der Nato eine besondere Verantwortung. Diese Verantwortung besteht nicht darin, immer neue Truppenverlegungen zu organisieren, sondern darin, Initiativen für Waffenstillstände, Verhandlungen und eine Abkehr von der Logik militärischer Eskalation voranzutreiben. Diplomatie und Deeskalation sind nicht naiv – sie sind das Gebot der Stunde. GLÜCK AUF! Ulf Lange

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Die heutigen Bauernproteste sind kein Aktionismus, sondern ein Hilferuf!

Dresden, 08.01.2026 Landwirtschaftliche Betriebe geraten immer stärker unter Druck: steigende Kosten, wachsende Bürokratie und immer neue Auflagen treffen auf eine Agrarpolitik, die ihre eigenen Standards im internationalen Handel u.a. durch das Mercosur-Abkommen untergräbt. Die heutigen Bauernproteste sind deshalb kein Aktionismus, sondern ein deutlicher Hilferuf. Ulf Lange, landwirtschaftspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt dazu: „Seit Jahren werden unsere Landwirte mit immer höheren Auflagen, Kosten und Bürokratie belastet, während gleichzeitig Handelsabkommen wie Mercosur vorangetrieben werden, die genau diese Standards unterlaufen. Wer Fleisch, Getreide oder Zucker aus Ländern importiert, in denen Umwelt-, Tierwohl- und Sozialstandards deutlich niedriger sind, betreibt keinen fairen Handel, sondern ruiniert bewusst heimische Betriebe. Es ist heuchlerisch, von unseren Landwirten höchste Leistungen beim Klima- und Umweltschutz zu verlangen und sie dann im internationalen Wettbewerb schutzlos stehen zu lassen. Das ist keine nachhaltige Agrarpolitik, das ist strukturelle Verdrängung. Wenn die EU und der Bund hier nicht umsteuern, verlieren wir nicht nur Höfe, sondern regionale Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und Vertrauen. Die Proteste zeigen: So wie bisher kann es nicht weitergehen.“ Mit einem herzlichen GLÜCK AUF!

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Meine Tour de Commune 2025 – ein Fazit

Die „Tour de Commune“, meine Exkursion in die Rathäuser des Erzgebirgskreises, war das wert- und eindrucksvollste, was ich in meiner Abgeordnetentätigkeit bisher erlebte. (Statistik: 52 Termine mit 49 hauptamtlichen und 5 ehrenamtlichen Bürgermeistern sowie dem Landrat des Erzgebirgskreises) In den Büros der Bürgermeister lernte ich unglaublich interessante Menschen kennen, höchst unterschiedliche Typen, die ihr Amt so individuell ausführen, wie ihre Charaktere verschieden sind. Die einen umgibt eine Aura der Würde und Erfahrung, dass man fast strammstehen möchte. Andere dagegen empfangen einen mit einer kumpelhaften Herzlichkeit, dass man meint, man kennt sie schon seit Kindesbeinen. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister unserer Region sind allesamt Top-Leute, die für ihre Kommunen brennen und denen deren Wohl und Gedeihen im wahrsten Sinne am Herzen liegt. Das beruhigt und erzeugt gleichzeitig Zuversicht. Die Gespräche verliefen meist ähnlich. Zuerst ein kurzes „Abtasten“ wie man beim Boxen sagt. Manche waren neugierig, manche skeptisch. Was ist das für einer ist, der das BSW im Erzgebirge vertritt? Und schnell wurde klar: Es ist…ein Erzgebirger. In den meisten Fällen war damit das Eis gebrochen und es entspann sich ein gutes, intensives, tiefgründiges Gespräch, in dessen Verlauf man viele gemeinsame Standpunkte entdeckte. Wir besprachen zunächst viele ortsspezifische Dinge, doch bald kristallisierte sich heraus, dass es grundsätzlich die gleichen „großen“ Probleme sind, die allen Bürgermeistern gleichermaßen und kaum lösbar unter den Nägeln brennen. Die prekäre Lage der kommunalen Haushalte ist immer ein Hauptthema. Sachsens Städten und Gemeinden steht finanziell das Wasser bis zum Hals – und Besserung ist nicht in Sicht. Die Verteilung des Infrastruktursonder“vermögens“ stößt allerorten auf heftigste Kritik. Die explodierenden Kosten für die Kindertageseinrichtungen – und die Weigerung der Staatsregierung, sich angemessen und dynamisch daran zu beteiligen – ein absolutes Reizthema. Straßenbau, Windkraft, marode Schulen und kommunale Gebäude, galoppierende Kostensteigerungen für Feuerwehrfahrzeuge und Ausrüstungen. Natürlich auch Personalmangel in den Verwaltungen, die überbordende Bürokratie oder das Migrationsthema mit all seinen Facetten – kaum ein Ort, an dem diese Dinge spurlos vorübergehen. Aber die kommunalen Verantwortungsträger jammern nicht, sondern versuchen, das Beste aus der verfahrenen Situation zu machen. Sie kritisieren, aber sie bieten auch Lösungsvorschläge an. Nur ein Beispiel: Pauschale Mittelzuweisungen statt bürokratischer Förderpraxis. Warum? Weil die Bürgermeister und Bürgervertretungen am besten wissen, wo in ihrer Stadt, ihrem Dorf der Schuh drückt. Dazu gehört Vertrauen in die Gewählten und deren Arbeit. Doch das sucht man oft vergebens. Einen Satz hörte ich immer wieder: „Schön, dass sich mal jemand aus dem Landtag hier blicken lässt“. Das macht mich nachdenklich. Die Frage, ob ein Land funktioniert oder nicht, wird nicht in Dresden beantwortet, sondern in den Städten und Gemeinden des Freistaates. Nicht von den Politikern, sondern von den Bürgerinnen und Bürgern! Die Schnittstelle zwischen Bevölkerung und Politik ist genau hier: IN DEN RATHÄUSERN der Kommunen. Wer also wissen will, was im Land läuft oder nicht läuft, der muss sich HIERHER begeben. Hier hört er Wahrheiten. Unverblümt, mit deutlichen Worten. Warum die Landespolitik so selten die Chance ergreift, sich vor Ort zu informieren (ich rede nicht von Empfängen und Eröffnungen mit Sekt und Häppchen!), erschließt sich mir nicht. Es ist falsch, wenn die Staatsregierung in Dresden glaubt, die Probleme der „kommunalen Ebene“ zu kennen und deshalb das Ohr nicht mehr an die Masse legen zu müssen. Die Themen, die im Parlament besprochen werden, sind meist so weit weg vom Alltag im Land, dass sich Bevölkerung und kommunale Verwaltungen nicht mehr gehört und nicht mehr verstanden fühlen. Und wenn man das realisiert, weiß man, warum Stimmung und Wahlverhalten in Sachsen so sind, wie sie sind… Die 25 Bürgermeister, mit denen ich in Dresden zur Anhörung der Enquetekommission „Kommunalhaushalte“ weilte, stellten unisono eine Frage: Warum ist von der Regierung niemand anwesend, wenn die Vertreter der Kommunen ihren Sorgen, Nöten, Kritiken und Forderungen Ausdruck verleihen??? Darüber sollte in Staatskanzlei und Ministerien dringend mal nachgedacht werden… Zurück zur Bürgermeisterrunde. Ja, ich war da. Das war für mich wichtig, hilf- und lehrreich. Es ist gut zu wissen, welch geballte Kompetenz, Erfahrung und Kraft in den erzgebirgischen Rathäusern zu finden ist. Aufgrund der Oppositionsrolle meiner Partei ist es schwierig, direkt zu helfen. Mit irgendwelchen Sprüchen und Zusagen halte ich mich tunlichst zurück. Sollte es aber irgendeine noch so kleine Möglichkeit der Unterstützung geben, werde ich sie zu nutzen versuchen. Versprochen. Vielleicht gelingt es uns – gemeinsam und kraftvoll – die Regierenden an deren Pflichten gegenüber den Kommunen zu erinnern und diese einzufordern. Immer und immer wieder! Ich freue mich außerordentlich, Ihre Bekanntschaft gemacht zu haben, meine Damen und Herren Bürgermeister! Vielen Dank für Ihre Offenheit im Gespräch, vor allem aber für Ihr Engagement, Ihre Ausdauer, Ihren Ehrgeiz und die Tatkraft, mit der Sie Ihre Kommunen führen. Das macht Mut. GLÜCK AUF, Ihr Ulf Lange!

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Infrastruktur-Sondervermögen darf nicht zum Luftschloss werden

Dresden, 15.09.2025 Zum heute diskutierten Infrastruktur-Sondervermögen erklärt Ulf Lange, Landtagsabgeordneter und regionalpolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag: „Die 4,8 Milliarden Euro aus dem sogenannten Infrastruktur-Sondervermögen sind für Sachsen dringend notwendig – aber sie lösen unsere Probleme nicht, wenn sie nur bestehende Löcher stopfen, anstatt echte Investitionen in Zukunftsfähigkeit und regionale Entwicklung zu ermöglichen. Was wir brauchen, sind Investitionen in Krankenhäuser, Schulen, ÖPNV und eine leistungsfähige kommunale Infrastruktur – nicht neue Bürokratie und schon gar keine versteckte Mitfinanzierung von Rüstungsprojekten. Die BSW-Fraktion Sachsen steht für eine klare Linie: Öffentliche Gelder aus diesem Sondervermögen müssen ausschließlich in zivile Infrastruktur fließen und vor Ort wirksam ankommen. Dabei unterstützen wir die Forderung des Sächsischen Städte- und Gemeindetages, das Mindestinvestitionsvolumen für kommunale Projekte von 250.000 Euro auf 50.000 Euro abzusenken. Nur so können auch kleinere Städte und Gemeinden die Mittel effektiv nutzen und notwendige Investitionen zeitnah umsetzen. Wenn der Bund ernst macht, braucht es jetzt ein unbürokratisches, transparentes Verfahren, das den Kommunen größtmögliche Eigenverantwortung lässt. Alles andere wäre ein Wortbruch gegenüber den Menschen im Land.“ Mit einem herzlichen GLÜCK AUF!

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