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Besuch im Sächsischen Landtag

Besuch im Sächsischen Landtag

Ein Bus voller politikinteressierter Menschen aus dem Erzgebirge, wundervolles Vor-Frühlings-Wetter und jede Menge gute Laune – so ging es am Freitag zum Besuch des Sächsischen Landtages nach Dresden. Meine 27 Gäste und ich nahmen an einer hochinteressanten, sehr informativen Führung durch das „Hohe Haus“ teil, probierten die Sitzplätze im Plenarsaal aus und schauten anschließend den Fraktionssaal der sächsischen BSW-Fraktion sowie ein Abgeordnetenbüro (in dem Fall meins ) an. Danach versammelten wir uns zu einem sogenannten „Abgeordnetengespräch“ mit Frage- und Diskussionsrunde, dazu gab es einen deftigen Imbiss und kühle Getränke. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass die erhaltenen Einblicke in den parlamentarischen Alltag teils deutlich von ihren Vorstellungen von politischer Arbeit abweichen. Die ungeschönten Informationen und Anekdoten zu „üblichen“ Vorgängen im Landtag riefen oft erstauntes Kopfschütteln hervor. Insofern konnte ich mein Vorhaben, den mitgereisten Bürgern einen realistischen Eindruck vom Wirken der „Volksvertreter“ zu vermitteln, vollständig umsetzen. Ich bedanke mich für das Interesse und lade hiermit diejenigen, die jetzt neugierig geworden sind, ganz herzlich zur nächsten Landtagsfahrt ein, die voraussichtlich im Herbst diesen Jahres stattfinden wird. Mit einem herzlichen GLÜCK AUF! Ulf Lange

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Aus dem Alltag eines Fachpolitikers für Landwirtschaft und Regionalentwicklung

Als landwirtschaftspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag bin ich Obmann im Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft. Hier befasse ich mich unter anderem mit Themen wie Mercosur-Abkommen, Schutz beziehungsweise Bejagung von Wolf, Luchs und Biber, Agrarstrukturgesetz, Düngemittelverordnung, Ergebnissen und Folgen der Bauernproteste, dem Waldumbau und mehr. Ich treffe mich regelmäßig mit Interessenvertretern der verschiedenen Akteure: Landes- und Regionalbauernverband (SLB/RBV), dem Naturschutzbund NABU, dem Verein „Land schafft Verbindung“, dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und vielen anderen. Noch intensiver ist mein Austausch mit verschiedenen land- und forstwirtschaftlichen Betrieben, Weingütern, Wasser-/Abwasserzweckverbänden und ähnlichem. Dies ist besonders wichtig, da ich mir dort das Rüstzeug für meine Arbeit hole. Da unsere Fraktion alle Themenfelder und Ausschüsse besetzen muss, wir aber nicht auf jedem Gebiet einen entsprechend bewanderten Abgeordneten aufbieten können, sind in manchen Bereichen – wie in meinem – auch fachfremde Politiker tätig. Das ist nicht schlimm, so geht man wenigstens vorbehaltlos an die Probleme heran, benötigt lediglich zwei Voraussetzungen dazu: Einen ausgewiesenen Experten an meiner Seite sowie den Willen, sich mit der Spezifik des Tätigkeitsbereiches eingehend auseinanderzusetzen. Ersteren habe ich mit meinem Parlamentarischen Berater Carsten Berg gefunden, letzteres habe ich mir auf die Fahne geschrieben. Natürlich befasse ich mich zusätzlich mit regionalen Themen meines Wahlkreises. Das eindrucksvollste Erlebnis war dabei meine „Tour de Commune“ genannte Besuchsreise durch die Rathäuser des Erzgebirgskreises, in deren Verlauf ich innerhalb von fünf Monaten zu Gast bei 53 Bürgermeister meiner Heimatregion sein durfte. Ein herzliches GLÜCK AUF! Ulf Lange, MdL, ErzgebirgeMitglied und Obmann im Ausschuss für Umwelt und LandwirtschaftSprecher für LandwirtschaftspolitikSprecher für Regionalentwicklung

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Meine Tour de Commune 2025 – ein Fazit

Die „Tour de Commune“, meine Exkursion in die Rathäuser des Erzgebirgskreises, war das wert- und eindrucksvollste, was ich in meiner Abgeordnetentätigkeit bisher erlebte. (Statistik: 52 Termine mit 49 hauptamtlichen und 5 ehrenamtlichen Bürgermeistern sowie dem Landrat des Erzgebirgskreises) In den Büros der Bürgermeister lernte ich unglaublich interessante Menschen kennen, höchst unterschiedliche Typen, die ihr Amt so individuell ausführen, wie ihre Charaktere verschieden sind. Die einen umgibt eine Aura der Würde und Erfahrung, dass man fast strammstehen möchte. Andere dagegen empfangen einen mit einer kumpelhaften Herzlichkeit, dass man meint, man kennt sie schon seit Kindesbeinen. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister unserer Region sind allesamt Top-Leute, die für ihre Kommunen brennen und denen deren Wohl und Gedeihen im wahrsten Sinne am Herzen liegt. Das beruhigt und erzeugt gleichzeitig Zuversicht. Die Gespräche verliefen meist ähnlich. Zuerst ein kurzes „Abtasten“ wie man beim Boxen sagt. Manche waren neugierig, manche skeptisch. Was ist das für einer ist, der das BSW im Erzgebirge vertritt? Und schnell wurde klar: Es ist…ein Erzgebirger. In den meisten Fällen war damit das Eis gebrochen und es entspann sich ein gutes, intensives, tiefgründiges Gespräch, in dessen Verlauf man viele gemeinsame Standpunkte entdeckte. Wir besprachen zunächst viele ortsspezifische Dinge, doch bald kristallisierte sich heraus, dass es grundsätzlich die gleichen „großen“ Probleme sind, die allen Bürgermeistern gleichermaßen und kaum lösbar unter den Nägeln brennen. Die prekäre Lage der kommunalen Haushalte ist immer ein Hauptthema. Sachsens Städten und Gemeinden steht finanziell das Wasser bis zum Hals – und Besserung ist nicht in Sicht. Die Verteilung des Infrastruktursonder“vermögens“ stößt allerorten auf heftigste Kritik. Die explodierenden Kosten für die Kindertageseinrichtungen – und die Weigerung der Staatsregierung, sich angemessen und dynamisch daran zu beteiligen – ein absolutes Reizthema. Straßenbau, Windkraft, marode Schulen und kommunale Gebäude, galoppierende Kostensteigerungen für Feuerwehrfahrzeuge und Ausrüstungen. Natürlich auch Personalmangel in den Verwaltungen, die überbordende Bürokratie oder das Migrationsthema mit all seinen Facetten – kaum ein Ort, an dem diese Dinge spurlos vorübergehen. Aber die kommunalen Verantwortungsträger jammern nicht, sondern versuchen, das Beste aus der verfahrenen Situation zu machen. Sie kritisieren, aber sie bieten auch Lösungsvorschläge an. Nur ein Beispiel: Pauschale Mittelzuweisungen statt bürokratischer Förderpraxis. Warum? Weil die Bürgermeister und Bürgervertretungen am besten wissen, wo in ihrer Stadt, ihrem Dorf der Schuh drückt. Dazu gehört Vertrauen in die Gewählten und deren Arbeit. Doch das sucht man oft vergebens. Einen Satz hörte ich immer wieder: „Schön, dass sich mal jemand aus dem Landtag hier blicken lässt“. Das macht mich nachdenklich. Die Frage, ob ein Land funktioniert oder nicht, wird nicht in Dresden beantwortet, sondern in den Städten und Gemeinden des Freistaates. Nicht von den Politikern, sondern von den Bürgerinnen und Bürgern! Die Schnittstelle zwischen Bevölkerung und Politik ist genau hier: IN DEN RATHÄUSERN der Kommunen. Wer also wissen will, was im Land läuft oder nicht läuft, der muss sich HIERHER begeben. Hier hört er Wahrheiten. Unverblümt, mit deutlichen Worten. Warum die Landespolitik so selten die Chance ergreift, sich vor Ort zu informieren (ich rede nicht von Empfängen und Eröffnungen mit Sekt und Häppchen!), erschließt sich mir nicht. Es ist falsch, wenn die Staatsregierung in Dresden glaubt, die Probleme der „kommunalen Ebene“ zu kennen und deshalb das Ohr nicht mehr an die Masse legen zu müssen. Die Themen, die im Parlament besprochen werden, sind meist so weit weg vom Alltag im Land, dass sich Bevölkerung und kommunale Verwaltungen nicht mehr gehört und nicht mehr verstanden fühlen. Und wenn man das realisiert, weiß man, warum Stimmung und Wahlverhalten in Sachsen so sind, wie sie sind… Die 25 Bürgermeister, mit denen ich in Dresden zur Anhörung der Enquetekommission „Kommunalhaushalte“ weilte, stellten unisono eine Frage: Warum ist von der Regierung niemand anwesend, wenn die Vertreter der Kommunen ihren Sorgen, Nöten, Kritiken und Forderungen Ausdruck verleihen??? Darüber sollte in Staatskanzlei und Ministerien dringend mal nachgedacht werden… Zurück zur Bürgermeisterrunde. Ja, ich war da. Das war für mich wichtig, hilf- und lehrreich. Es ist gut zu wissen, welch geballte Kompetenz, Erfahrung und Kraft in den erzgebirgischen Rathäusern zu finden ist. Aufgrund der Oppositionsrolle meiner Partei ist es schwierig, direkt zu helfen. Mit irgendwelchen Sprüchen und Zusagen halte ich mich tunlichst zurück. Sollte es aber irgendeine noch so kleine Möglichkeit der Unterstützung geben, werde ich sie zu nutzen versuchen. Versprochen. Vielleicht gelingt es uns – gemeinsam und kraftvoll – die Regierenden an deren Pflichten gegenüber den Kommunen zu erinnern und diese einzufordern. Immer und immer wieder! Ich freue mich außerordentlich, Ihre Bekanntschaft gemacht zu haben, meine Damen und Herren Bürgermeister! Vielen Dank für Ihre Offenheit im Gespräch, vor allem aber für Ihr Engagement, Ihre Ausdauer, Ihren Ehrgeiz und die Tatkraft, mit der Sie Ihre Kommunen führen. Das macht Mut. GLÜCK AUF, Ihr Ulf Lange!

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Und sonst so? Persönliche Einblicke

Der Alltag im Parlament – mit Sitzungen, Ausschüssen, Gesprächen, Anträgen und Debatten – fordert viel Konzentration und mentale Stärke. Ständig gilt es, die Balance zu halten zwischen den Interessen der Menschen, denen ich verpflichtet bin, und den politischen Realitäten, die häufig von Blockaden und Stillstand geprägt sind. Gerade in solchen Phasen ist es für mich unerlässlich, mir bewusst Freiräume zu nehmen. Nicht als Rückzug – sondern als Voraussetzung, um handlungsfähig zu bleiben. Für mich bedeutet das: raus in die Natur. Die Wälder rund um meinen Heimatort Auerbach im Erzgebirge sind mein Rückzugsort. Beim Spaziergang durch den Wald, mit frischer Luft in der Lunge und dem Blick auf das Spiel von Licht und Schatten, finde ich Abstand. Hier denke ich klar, sortiere Gedanken, gewinne neue Perspektiven. Die Natur ist kein Fluchtort, sondern ein Ort der Reflexion. Sie entschleunigt, stellt das Wesentliche wieder in den Mittelpunkt – und bringt oft Lösungen ans Licht, auf die man in der Hektik des politischen Betriebs nicht gekommen wäre. Wertvoll sind für mich auch Gespräche mit Freunden – gerade mit denen, die nicht in der Politik unterwegs sind. Ihre Sicht auf die Dinge ist oft ungeschönt, direkt und ehrlich. Sie helfen mir, den Boden unter den Füßen zu behalten, stellen kritische Fragen, geben Rückhalt – oder erinnern mich auch mal daran, wenn ich mich verrenne. In einem politischen Umfeld, das häufig von Taktik und Formeln dominiert ist, sind solche Gespräche ein notwendiger Gegenpol. Und ja, manchmal gehört dazu auch ein ehrlicher Wutanfall. Wer Politik nur rational betrachtet, verliert irgendwann den inneren Antrieb. Ich empfinde Frust, wenn gute Ideen an parteipolitischer Sturheit oder Bürokratie scheitern. Aber ich lasse diesen Frust nicht stehen. Ich mache daraus Energie. Denn genau das ist der Kern meines politischen Handelns: Nicht bloß kritisieren, sondern verändern. Nicht jammern, sondern beantragen. Nicht kapitulieren, sondern kämpfen. Der Beruf als Abgeordneter verlangt Haltung, Ausdauer – und immer wieder die Fähigkeit, neu anzusetzen. Das geht nur, wenn man mit sich selbst im Reinen bleibt. Ich nehme mir diese Auszeiten, weil ich weiß: Nur wer klar denkt, kann klar entscheiden. Nur wer mit frischem Blick auf die Dinge schaut, kann kreativ und wirksam arbeiten. Die weltpolitische Lage ist angespannt wie selten zuvor: Kriege, Klimakrise, wirtschaftliche Schieflagen, soziale Spaltungen. Und auch wenn vieles weit weg scheint – all das hat unmittelbare Folgen für unser Leben in Sachsen. Als BSW stehen wir für eine Politik, die sich nicht von Angst und Konfrontation treiben lässt, sondern auf Klarheit, soziale Gerechtigkeit und Friedensfähigkeit setzt. Wir erleben derzeit eine gefährliche Verschiebung der politischen Koordinaten: massive Aufrüstung, starre Bündnistreue, das Abdriften in Blocklogik. All das bringt uns keinen Schritt weiter. Wir brauchen eine werteorientierte Außenpolitik, die auf Dialog und Verständigung setzt – nicht auf Eskalation. Das heißt konkret: Außenwirtschaftliche Beziehungen müssen dem Gemeinwohl dienen – nicht Konzerninteressen. Wir brauchen Energiepartnerschaften, die ökologisch tragfähig sind, und Handelsbeziehungen, die soziale Mindeststandards respektieren. Außenpolitik darf nicht zur Bühne für militärische Machtspiele verkommen. Stattdessen setzen wir auf zivile Konfliktlösung, lokale Entwicklung und echte Friedensdiplomatie. Sachsen ist kein außenpolitischer Akteur im klassischen Sinne. Aber auch hier werden Entscheidungen getroffen, Fördergelder verteilt, Weichen gestellt. Wir tragen Verantwortung dafür, wie wir in Europa und in der Welt wirken – durch unser wirtschaftliches Handeln, unsere Bildungspolitik, unsere Integrationsfähigkeit. Und genau hier setzen wir an: mit einem klaren Nein zu Aufrüstung und einem Ja zu internationaler Solidarität, die mehr ist als Symbolpolitik. Mir ist bewusst: Nicht jeder Tag bringt Durchbrüche. Vieles ist zäh, vieles scheitert. Aber genau deshalb ist es wichtig, den inneren Kompass nicht zu verlieren. Ich bleibe dran – nicht, weil es leicht ist, sondern weil es richtig ist. Für eine Politik, die den Menschen dient. Für soziale Sicherheit, regionale Stärke und eine friedlichere Welt. Sie wollen mit mir ins Gespräch kommen oder meine Arbeit unterstützen? Dann melden Sie sich gern – ich freue mich auf den Austausch. Ich bleibe für Sie dran – im Landtag, in der Region, im Gespräch. Mit einem herzlichen GLÜCK AUF!

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