Der Alltag im Parlament – mit Sitzungen, Ausschüssen, Gesprächen, Anträgen und Debatten – fordert viel Konzentration und mentale Stärke. Ständig gilt es, die Balance zu halten zwischen den Interessen der Menschen, denen ich verpflichtet bin, und den politischen Realitäten, die häufig von Blockaden und Stillstand geprägt sind. Gerade in solchen Phasen ist es für mich unerlässlich, mir bewusst Freiräume zu nehmen. Nicht als Rückzug – sondern als Voraussetzung, um handlungsfähig zu bleiben. Für mich bedeutet das: raus in die Natur. Die Wälder rund um meinen Heimatort Auerbach im Erzgebirge sind mein Rückzugsort. Beim Spaziergang durch den Wald, mit frischer Luft in der Lunge und dem Blick auf das Spiel von Licht und Schatten, finde ich Abstand. Hier denke ich klar, sortiere Gedanken, gewinne neue Perspektiven. Die Natur ist kein Fluchtort, sondern ein Ort der Reflexion. Sie entschleunigt, stellt das Wesentliche wieder in den Mittelpunkt – und bringt oft Lösungen ans Licht, auf die man in der Hektik des politischen Betriebs nicht gekommen wäre. Wertvoll sind für mich auch Gespräche mit Freunden – gerade mit denen, die nicht in der Politik unterwegs sind. Ihre Sicht auf die Dinge ist oft ungeschönt, direkt und ehrlich. Sie helfen mir, den Boden unter den Füßen zu behalten, stellen kritische Fragen, geben Rückhalt – oder erinnern mich auch mal daran, wenn ich mich verrenne. In einem politischen Umfeld, das häufig von Taktik und Formeln dominiert ist, sind solche Gespräche ein notwendiger Gegenpol. Und ja, manchmal gehört dazu auch ein ehrlicher Wutanfall. Wer Politik nur rational betrachtet, verliert irgendwann den inneren Antrieb. Ich empfinde Frust, wenn gute Ideen an parteipolitischer Sturheit oder Bürokratie scheitern. Aber ich lasse diesen Frust nicht stehen. Ich mache daraus Energie. Denn genau das ist der Kern meines politischen Handelns: Nicht bloß kritisieren, sondern verändern. Nicht jammern, sondern beantragen. Nicht kapitulieren, sondern kämpfen. Der Beruf als Abgeordneter verlangt Haltung, Ausdauer – und immer wieder die Fähigkeit, neu anzusetzen. Das geht nur, wenn man mit sich selbst im Reinen bleibt. Ich nehme mir diese Auszeiten, weil ich weiß: Nur wer klar denkt, kann klar entscheiden. Nur wer mit frischem Blick auf die Dinge schaut, kann kreativ und wirksam arbeiten. Die weltpolitische Lage ist angespannt wie selten zuvor: Kriege, Klimakrise, wirtschaftliche Schieflagen, soziale Spaltungen. Und auch wenn vieles weit weg scheint – all das hat unmittelbare Folgen für unser Leben in Sachsen. Als BSW stehen wir für eine Politik, die sich nicht von Angst und Konfrontation treiben lässt, sondern auf Klarheit, soziale Gerechtigkeit und Friedensfähigkeit setzt. Wir erleben derzeit eine gefährliche Verschiebung der politischen Koordinaten: massive Aufrüstung, starre Bündnistreue, das Abdriften in Blocklogik. All das bringt uns keinen Schritt weiter. Wir brauchen eine werteorientierte Außenpolitik, die auf Dialog und Verständigung setzt – nicht auf Eskalation. Das heißt konkret: Außenwirtschaftliche Beziehungen müssen dem Gemeinwohl dienen – nicht Konzerninteressen. Wir brauchen Energiepartnerschaften, die ökologisch tragfähig sind, und Handelsbeziehungen, die soziale Mindeststandards respektieren. Außenpolitik darf nicht zur Bühne für militärische Machtspiele verkommen. Stattdessen setzen wir auf zivile Konfliktlösung, lokale Entwicklung und echte Friedensdiplomatie. Sachsen ist kein außenpolitischer Akteur im klassischen Sinne. Aber auch hier werden Entscheidungen getroffen, Fördergelder verteilt, Weichen gestellt. Wir tragen Verantwortung dafür, wie wir in Europa und in der Welt wirken – durch unser wirtschaftliches Handeln, unsere Bildungspolitik, unsere Integrationsfähigkeit. Und genau hier setzen wir an: mit einem klaren Nein zu Aufrüstung und einem Ja zu internationaler Solidarität, die mehr ist als Symbolpolitik. Mir ist bewusst: Nicht jeder Tag bringt Durchbrüche. Vieles ist zäh, vieles scheitert. Aber genau deshalb ist es wichtig, den inneren Kompass nicht zu verlieren. Ich bleibe dran – nicht, weil es leicht ist, sondern weil es richtig ist. Für eine Politik, die den Menschen dient. Für soziale Sicherheit, regionale Stärke und eine friedlichere Welt. Sie wollen mit mir ins Gespräch kommen oder meine Arbeit unterstützen? Dann melden Sie sich gern – ich freue mich auf den Austausch. Ich bleibe für Sie dran – im Landtag, in der Region, im Gespräch. Mit einem herzlichen GLÜCK AUF!