Besuch beim Sächsischen Landeskontrollverband e.V. (LKV) in Niederwiesa, OT Lichtenwalde.
Der Verband übernimmt im Auftrag des Freistaates die sogenannte Milchleistungsprüfung für Rinder, Schafe und Ziegen, prüft die Güte der Rohmilch, untersucht Futtermittel und Bodenproben, ist für die Zuteilung der Ohrmarken der Tiere zuständig und erfüllt darüberhinaus eine Vielzahl weiterer Aufgaben. Der LKV berät die Landwirte in vielerlei fachspezifischen Fragen. Er ist somit ein wichtiger Dienstleister der Branche.
Empfangen wurden wir von Geschäftsführer Prof. Dr. Jörg Hilger, der sich trotz intensiven Arbeitspensums knapp 2 Stunden Zeit für uns nahm.
Er führte uns zunächst mit einer vorbereiteten Präsentation durch das breite Arbeitsspektrum, anschließend auf einem Rundgang durch die Labore und Lagerhallen der Einrichtung. So konnten wir uns ein Bild der vielfältigen Arbeitsbereiche machen. Ich lernte wieder viel Neues über Begriffe wie GERO (Gesundheit&Robustheit), Zellzahl, Eutergesundheit usw. und erfuhr, dass kein Lebensmittel in Deutschland so intensiv geprüft wird wie Milch.
Ich stelle erneut fest, dass das Thema Landwirtschaft oft nur am Rande erwähnt wird und hauptsächlich dann in den Fokus gelangt, wenn die Bauern protestieren und Autobahnauffahrten blockieren. Kaum einer weiß von den Zwängen, der Bürokratie, dem immensen Aufwand in der Agrarwirtschaft. Im Landtag ist oft der Plenarsaal halbleer, wenn über Milchpreise, Mercosur-Abkommen oder Düngemittelknappheit gesprochen wird. Das ist respektlos!
Wann bekommt die Landwirtschaft endlich den Stellenwert, den sie verdient? Garant für Ernährungssicherheit, Großarbeitgeber im ländlichen Raum, Hauptakteur der regionalen Wertschöpftung und noch viel mehr.
Denkt mal drüber nach, Leute. Und nicht erst, wenn die Milch in den Supermarkt-Regalen oder das Brot beim Bäcker knapp wird.
Der Termin im Landeskontrollverband – genau wie in jedem anderen Unternehmen dieser Branche – verdeutlicht einmal mehr, wie unverzichtbar und wertvoll die Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte ist.
Vielen Dank an Prof. Dr. Hilger und seinem Team für die Zeit, das Gespräch und den Erkenntnisgewinn.
GLÜCK AUF!
