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Wassermangel, Zeit zum Handeln!

Sachsen steht vor einer neuen wasserpolitischen Herausforderung: Während in den vergangenen Jahren vor allem Hochwasser und Hochwasserschutz im Mittelpunkt standen, werden inzwischen Niedrigwasser und sinkende Grundwasserstände zum Problem.

„Wir müssen uns ehrlich machen: Niedrigwasser und sinkende Grundwasserstände sind kein kurzfristiges Wetterphänomen. Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir künftig mit weniger verfügbarem Wasser auskommen müssen“.

Seit November 2017 sind in Sachsen gegenüber dem langjährigen Mittel rund 559 Liter Niederschlag pro Quadratmeter zu wenig gefallen – das entspricht in etwa einem gesamten Jahresniederschlag. Dieses langjährige Niederschlagsdefizit hat Folgen: Die Grundwasserstände liegen vielerorts weiterhin deutlich unter den üblichen Werten.

„Das Problem löst sich nicht mit ein paar Regentagen. Wir müssen Wasser künftig stärker als knappe Ressource betrachten und uns fragen: Wie reicht das vorhandene Wasser – und wie verteilen wir es gerecht?“

Das betrifft Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft, Industrie und Natur gleichermaßen. „Wir dürfen nicht erst über Verteilung sprechen, wenn die Brunnen trocken und die Flüsse leer sind. Es braucht jetzt klare Prioritäten und eine langfristige Strategie.“

Wie wichtig der Schutz der Wasserressourcen vor Ort ist, zeigt ein aktuelles Beispiel aus dem Erzgebirge: Im rund 1.000 Hektar großen Abtwald zwischen Burkhardtsdorf und Gelenau wird derzeit geprüft, ob Teile des Gebietes als Windenergieflächen ausgewiesen werden können. Gleichzeitig liefern die dortigen Quellgebiete Trinkwasser für rund 7.500 Menschen in Burkhardtsdorf und im Amtsberger Ortsteil Dittersdorf. Eine alternative Versorgung besteht nach Angaben des zuständigen Wasserversorgers nicht.

„Gerade angesichts zunehmender Trockenperioden müssen wir sehr genau hinschauen, wo wir in sensible Wassereinzugsgebiete eingreifen. Wenn eine Region auf eine solche Inselversorgung angewiesen ist und keine alternative Versorgung besteht, muss der Schutz des Trinkwassers Vorrang haben“.

Ich fordere deshalb einen stärkeren Fokus auf Wasserrückhalt in der Fläche, Speicher und Talsperren sowie eine vorausschauende Bewirtschaftung der Wasserressourcen. Auch bei der Regionalplanung muss die langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung stärker berücksichtigt werden.

„Wir dürfen erneuerbare Energien und Trinkwasserschutz nicht gegeneinander ausspielen. Aber dort, wo Eingriffe in sensible Wassereinzugsgebiete die Versorgungssicherheit gefährden könnten, muss das Vorsorgeprinzip gelten.“

GLÜCK AUF!

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