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Zu Gast beim Zweckverband Abwasser Schlematal (ZAST)

„Das Ohr an die Masse halten“ – ich versuche, diesen schönen Spruch so oft es geht mit Leben zu erfüllen.

Deshalb war ich heute beim Zweckverband Abwasser Schlematal (ZAST) zu Gast. In der Kläranlage in Bad Schlema konnte ich mir ein umfassendes Bild von der Abwasseraufbereitung in Aue und Umgebung machen. In Begleitung von Kreisrat Gerd Glöckner, der selbst im Aufsichtsrat eines Abwasserzweckverbandes sitzt, wurde ich vom Technischen Leiter des Verbandes, Herrn Hüttner und dem Teamleiter Kläranlagen, Herrn Göstel empfangen.

Während eines zweistündigen Rundganges konnte ich viel Wissenswertes über die wertvolle Arbeit der Wasserexperten aufnehmen.

Klar, für die meisten Menschen bedeutet Abwasser lediglich eine vierteljährliche Gebührenabbuchung vom Konto. Was wirklich dahintersteckt, um stark verschmutztes Wasser wieder bedenkenlos in den Kreislauf zu entlassen, beeindruckte mich sehr. Ein Beispiel? Viele Menschen verwechseln die Toilette mit einer kostenlosen Entsorgungsmöglichkeit für Speisen und andere Haushaltartikel. Nicht nur, dass damit die Ratten in den Kanälen fettgefüttert werden, die nicht verwertbaren Gegenstände müssen in der Kläranlage herausgefiltert und entsorgt werden. Frage nicht, was da alles zum Vorschein kommt.

Interessant war, wie einzelne Stationen aufeinanderfolgen, um letztlich sauberes Wasser in die Zwickauer Mulde zu leiten. Aus dem entstehenden Klärschlamm wird Gas erzeugt, welches in einem Blockheizkraftwerk zu Wärme und Strom umgewandelt wird. Damit deckt man den gesamten Wärme- sowie rd. 80% des Strombedarfs der Anlage.

Ständig neue Richtlinien wie z.B. zur Phosphorrückgewinnung machen immer wieder erhebliche Investitionen notwendig, die letztendlich an der Gebührenschraube drehen. Für den Umwelt- und Naturschutz ist eine akribische Abwasserklärung jedoch unerläßlich.

Ein herzliches Dankeschön an die beiden Führungskräfte des ZAST, die geduldig unsere Nachfragen beantworteten und uns damit wieder ein wenig schlauer machten. Wer die aufwendigen Verfahren zur Herstellung sauberen Wassers einmal live erleben konnte, hinterfragt eventuell sein eigenes Verhalten oder sieht zumindest den nächsten Gebührenbescheid mit etwas mehr Verständnis an. Insofern: Eine weitere hochinteressante Veranstaltung – eben „das Ohr an der Masse“‘. Toll!

GLÜCK AUF!

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