Bürgerdialog im Erzgebirge

Vor Ort unterwegs – im Dialog mit den Menschen

In den vergangenen Monaten war ich viel unterwegs, um direkt mit den Menschen und Akteurinnen und Akteuren vor Ort ins Gespräch zu kommen.

Dabei standen vor allem der ländliche Raum, die Landwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz, aber auch soziale und wirtschaftliche Themen im Fokus. Mein Ziel ist es, die tatsächlichen Herausforderungen zu verstehen, bevor ich politische Entscheidungen treffe – getreu meinem Motto: „Erst befassen, dann bewerten.“

Meine Sommertour startete in der LEADER-Region Zwönitztal-Greifensteine, wo ich mich mit der Regionalmanagerin Elena Weber und ihrem Kollegen Christian Scheller austauschte. LEADER-Regionen sind zentrale Akteure für die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes in Sachsen. Besonders beeindruckt hat mich das breite Serviceangebot: von Fördermittelvergabe über Beratungen bis hin zur Vernetzung der Akteure und Förderung des Tourismus. Das Engagement der Mitarbeiter vor Ort verdient höchsten Respekt, denn viele wichtige Projekte sind ohne LEADER-Förderung undenkbar.

Ein weiterer Termin führte mich zum Regionalverband Erzgebirge e.V. des NABU in Chemnitz. Im Gespräch mit der Landesvorsitzenden Dr. Maria Vlaic diskutierten wir umfassend über Naturschutzthemen und gesellschaftliche Herausforderungen. Der Austausch war sehr erkenntnisreich und zeigte, wie wichtig Dialog für eine gemeinsame Zukunftsgestaltung ist.

Die Agrar GmbH Reichenbach war Station einer intensiven Betriebsbesichtigung, bei der ich gemeinsam mit hochrangigen Vertretern der Landwirtschaft im Vogtland die technischen Abläufe und innovativen Konzepte des Betriebs kennenlernen durfte. Neben innovativer Streuherstellung und einem durchdachten Energiekonzept standen auch wirtschaftspolitische Herausforderungen wie Bürokratie, Regulierung und Infrastruktur auf der Agenda. Ein offener und ehrlicher Dialog, der mir wertvolle Einblicke verschaffte.

Ein weiterer Betrieb, den ich besuchte, war die Sachsenland AG in Chemnitz-Röhrsdorf. Hier zeigte sich einmal mehr, wie dringend Verbesserungen in der Politik nötig sind, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Landwirtschaft und Versorgungssicherheit zu sichern. Die Gespräche mit Vorstand und Stellvertreter waren kurzweilig und zugleich wichtig, um konkrete Probleme und Ideen für Lösungen mitzunehmen.

Der ökologische Landbau stand bei einer Feldrundfahrt mit der Gäa e.V. im Fokus. An den Standorten Biohof Müller GbR und Agrargesellschaft Forchheim tauschte ich mich mit Landwirten über ökologische Anbaumethoden und Herausforderungen aus. Der persönliche Kontakt mit engagierten Landwirten hat mir die Bedeutung des Ökolandbaus in Sachsen nochmals deutlich gemacht.

Neben landwirtschaftlichen Betrieben gehörte auch der Besuch im Tierheim Schkortitz zu meiner Sommertour. Gemeinsam mit meiner Fraktionskollegin Doreen Voigt packte ich bei praktischen Arbeiten mit an und erhielt einen tiefen Einblick in die Arbeit der Tierheimmitarbeiter, die mit großem Engagement für das Wohl der Tiere sorgen – trotz knapper Ressourcen.

Bildung ist ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit. So besuchte ich gemeinsam mit dem bildungspolitischen Sprecher unserer Fraktion Lars Wurzler das Förderzentrum „Erich Kästner“ in Aue, wo wir eine Spende für die Schulhofgestaltung übergaben. Die engagierte Schulleiterin und ihr Team zeigten, wie mit Optimismus und Eigeninitiative Herausforderungen gemeistert werden.

Ein besonderes Highlight waren die Öko-Feldtage 2025 auf dem Wassergut Canitz, bei denen ich gemeinsam mit meinen Experten viele innovative Ideen und interessante Gespräche mit Politikern und Verbandsvertretern führen konnte.

Wichtige Einblicke gab auch der Besuch bei der Sächsischen Gestütsverwaltung in Moritzburg. Dort erlebte ich die traditionsreiche Arbeit mit Pferden hautnah und war beeindruckt von der Leidenschaft und Fachkompetenz der Mitarbeiter. Gleichzeitig sehe ich kritisch, dass in diese Institution Jahr für Jahr viele Millionen Euro öffentlicher Mittel fließen, gerade in Zeiten knapper Kassen. Es stellt sich die Frage, ob diese hohen Ausgaben in ihrer jetzigen Form angesichts anderer dringender Förderbedarfe im ländlichen Raum und der Landwirtschaft gerechtfertigt sind. Eine sorgfältige Prüfung der Prioritäten bleibt unumgänglich.

Politisch spannend war die Übergabe eines Offenen Briefes der Liga der Freien Wohlfahrtspflege im Landtag. Darin forderten die Verbände die Aufhebung der Radikalkürzungen im Sozialbereich und den Abschluss eines haushaltspolitisch tragfähigen Doppelhaushalts. Leider wurde dieser Appell bisher nicht ausreichend umgesetzt, was ernsthafte Konsequenzen für die Kommunen und soziale Einrichtungen bedeutet.

In den letzten Wochen gehörte auch das Hoffest auf dem Rößlerhof in Burkhardtsdorf zu meinen Stationen. Hier konnte ich mich mit Landwirten und Regionalpolitikern austauschen, die Herausforderungen der Vermarktung regionaler Produkte erörtern und zugleich das Landleben in seiner ganzen Vielfalt genießen.

Tierliebe und ehrenamtliches Engagement erlebte ich beim Besuch des Tierheims „Waldfrieden“ in Stollberg, wo trotz knapper Mittel eine hervorragende Betreuung der Tiere gewährleistet wird.

Bei einem Besuch im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch konnte ich die Praxis der landwirtschaftlichen Ausbildung kennenlernen und mich über Herausforderungen in der Nachwuchsförderung informieren. Praxisnahe Ausbildung ist unverzichtbar für die Zukunft des Landwirtschaftsstandorts Sachsen.

Auf Einladung meines Fraktionskollegen Jens Hentschel-Thöricht diskutierte ich in Herrnhut-Ruppersdorf mit Anwohnern und Kommunalpolitikern über geplante Windenergieanlagen. Der sachliche Austausch zeigte, wie wichtig das Ernstnehmen von Bedenken vor Ort für eine erfolgreiche Energiewende ist.

Einen besonders ungewöhnlichen, aber wichtigen Termin absolvierte ich beim Cannabis Social Club „Schöne Neue Welt“ in Reitzenhain. Dort verschaffte ich mir einen fachlichen Einblick, der mir half, Vorurteile abzubauen und die Thematik differenziert zu betrachten.

Auf internationaler Ebene ehrten wir beim Empfang der Russischen Botschaft in Berlin die Opfer des Zweiten Weltkriegs und bekräftigten den Einsatz gegen Geschichtsverfälschung – ein wichtiges Zeichen angesichts politischer Spannungen.

Im Bereich Innere Sicherheit informierte ich mich zusammen mit Fraktionskollegen vor Ort bei der Bundespolizei am Grenzübergang Reitzenhain über die Herausforderungen an der sächsisch-tschechischen Grenze. Die dort geleistete Arbeit verdient Anerkennung und Respekt.

Zwischendurch besuchte ich auch öffentliche Veranstaltungen wie das Familienfest des DGB in Annaberg, um im persönlichen Gespräch mit Bürgern in Kontakt zu bleiben.

Alltag und Vielfalt eines Landtagsabgeordneten spiegelten sich auch in den zahlreichen weiteren Terminen wider: Begegnungen mit Bürgern, Gedenkveranstaltungen, Kulturereignisse und der ständige Austausch mit der eigenen Fraktion und anderen Parteien prägen meinen Arbeitsalltag. Besuche bei Betrieben wie dem Gut Pesterwitz, dem Verkehrsbetrieb Citybahn Chemnitz oder dem Staatsbetrieb Sachsenforst ergänzten mein Bild von Sachsens Wirtschafts- und Kulturlandschaft. Jeder Termin brachte neue Erkenntnisse, die ich in meine politische Arbeit einfließen lasse.

Die Termine haben mir eindrucksvoll gezeigt: Sachsen ist voller engagierter Menschen, die ihre Heimat gestalten, Herausforderungen anpacken und dabei oft mehr leisten, als sichtbar ist. Mein Dank gilt allen, die mir Einblicke in ihre Arbeit und ihr Leben ermöglicht haben. Der direkte Austausch vor Ort ist unverzichtbar, um eine Politik zu machen, die wirklich ankommt und wirkt. Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Termine!

Abschließend möchte ich mein Team erwähnen, das mich bei all diesen Terminen und Aufgaben großartig unterstützt. Ohne die professionelle und engagierte Arbeit meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre diese intensiven und abwechslungsreichen Tage nicht möglich gewesen – vielen Dank an euch!

Mit einem herzlichen GLÜCK AUF!

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